Weltkulturerbe Stadt Cuenca und Cajas Nationalpark

Die zwei Tage, welche uns bis zum Beginn unserer Galápagos Kreuzfahrt bleiben, nutzen wir für einen Ausflug ins knapp vier Stunden von Guayaquil entfernte Cuenca. Da wir den Aufwand einer Mietwagenübernahme für nur zwei Tage scheuen, lassen wir uns von einem Fahrer nach Cuenca fahren. So können wir am zweiten Tag auf dem Rückweg noch mit einem Guide im Cajas Nationalpark wandern und uns den Wald aus Polylepisbäumen anschauen.

Fahrt nach Cuenca

Pünktlich 9.00 Uhr werden wir vom Fahrer im Hotel abgeholt und nach Cuenca gefahren. Der Weg führt vorbei an einer Ebene, die 20 Meter unter Meeresniveau liegt und zu grossen Teilen überschwemmt ist. Viele Wasservögel lassen es sich hier gutgehen. Eine Schlange ist kurz am Wegesrand zu sehen, aber anhalten ist im Zeitplan unseres Fahrers nicht wirklich eingeplant. Als nächstes durchqueren wir eine Gegend, in der Reis angebaut wird. Hier wächst Reis in jedem Wachstumsstadium. Die Hütten der Reisbauern stehen auf Stelzen und wirken nicht sehr stabil. Bevor es dann in die Berge geht, kommen wir in einer Fruchtanbaugegend vorbei. Entlang der Strasse werden Früchte aller Art verkauft. Uns läuft bei diesem Anblick das Wasser im Mund zusammen. Auf den Feldern steht Zuckerrohr und Kakaoplantagen sind hinter Mauern zu erkennen.

Obstände entlang des Weges von Guayaquil nach Cuenca
Obststände entlang des Weges

Als wir endlich am Fuss der Berge ankommen, fängt es an zu regnen. Der Nebelwald macht seinem Namen dann auch alle Ehre. Die Vegetation ist üppig. Die Strasse ist hervorragend ausgebaut. Bergauf gibt es zwei Fahrspuren. Unser Fahrer wechselt seinen defensiven Stadtfahrstil in einen sehr sportlichen Bergfahrstil. Er kennt die Strecke, jede Strassenabsenkung, jedes Schlagloch und auch jeden Hangrutsch.

Hier verlassen wir die Ebene von Guayaquil kommend und klettern langsam in die Berge hoch
Hier verlassen wir die Ebene und klettern langsam in die Berge hoch
Der Nebelwald oder Cloud Forest macht seinem Namen alle Ehre
Der Nebelwald oder Cloud Forest macht seinem Namen alle Ehre

Ein grosser Hangrutsch versperrt seit mehreren Tagen die Strasse. Immerhin gibt es schon einen Bypass, so dass Cuenca erreichbar ist.

Mit Erdreich wurde nach dem grossen Erdrutsch ein Bypass zur Brücke geschaffen
Mit Erdreich wurde nach dem grossen Erdrutsch ein Bypass zur Brücke geschaffen

Die Strasse nach Cuenca ist sehr gut ausgebaut. Bergauf geht es zweispurig. Da die Strasse durch den Cajas NP führt, dürfen viele LKWs hier nicht durchfahren. Kontrollen stellen das sicher, so hält sich der Verkehr auch in Grenzen.

Die Strasse von Guayaquil nach Cuenca ist gut ausgebaut. Wolken ziehen herein.
Die Strasse von Guayaquil nach Cuenca ist gut ausgebaut. Wolken ziehen herein.

Nachdem der Nebelwaldgürtel hinter uns liegt, wechselt das Wetter hinter jeder Kurve.

Hinter jeder Kurve ist das Wetter anders.
Hinter jeder Kurve ist das Wetter anders.
Aus den Tälern steigen dichte Wolken auf.
Aus den Tälern steigen dichte Wolken auf.

Wir klettern bis auf 4.200 m in die Höhe und fahren dann auf 2.500 m wieder herunter. Am Pass regnet es zur Abwechslung mal wieder.

Auf der Passhöhe Tres Cruces regnet es wieder. Diese nassen Lamas fallen mit ihren eisblauen Augen auf.
Auf der Passhöhe Tres Cruces regnet es wieder. Diese nassen Lamas fallen mit ihren eisblauen Augen auf.
Nach der Passhöhe geht es noch ein Stück weiter bergauf bevor es dann wieder runter geht.
Nach der Passhöhe geht es noch ein Stück weiter bergauf bevor es dann wieder runter geht.

Bereits vor 13.00 Uhr haben wir unser sehr schönes Hotel erreicht, welches sich nur vier Querstrassen von der Innenstadt entfernt befindet.

Cuenca zu Fuss erkunden

Stadtbummel

Cuenca feiert ein Gründungsjubiläum, weshalb im ganzen Ort Marktstimmung herrscht. Leider ist deshalb auch die beeindruckende Kathedrale geschlossen.

Kathedrale Cuenca - Catedral de la Immaculada Concepción
Die Kathedrale von Cuenca wirkt von vorn gar nicht so mächtig
Von hinten wirkt die Kathedrale von Cuenca viel imposanter
Von hinten wirkt die Kathedrale von Cuenca viel imposanter
Blumenmarkt in Cuenca
Blumenmarkt in Cuenca

Wir bewundern aber die teilweise wunderschönen Häuserfassaden und lassen uns durch den Ort treiben.

Fassaden und Tore in Cuenca
Fassaden und Tore in Cuenca

Dem Río Tomebamba entlang

Nach dem Stadtbummel erholen wir uns kurz im Hotel und nehmen nach einer kurzen Pause dieses Mal den Hinterausgang durch den Garten. Wir landen unten am Fluss (Río Tomebamba) und folgen ihm. Der Weg führt vorbei an der «Broken Bridge», unter deren vorhandenen Brückenbögen Künstler auf Kundschaft warten. Die Brücke hört tatsächlich vor dem Fluss auf.

Kunst unter der Broken Bridge (Puente Roto)
Kunst unter der Broken Bridge (Puente Roto)

Weiter geht es vorbei am Museo del Banco Central «Pumapungo». Auch wenn dies eines der bedeutendsten Museen Ecuadors sein soll und dem Besucher die verschiedenen Ureinwohnerkulturen nahebringt und auch Zugang zum archäologischen Park gewährt, sind wir so müde, dass wir einfach immer weiter laufen müssen, um die Mädchen wachzuhalten. Sieben Stunden Zeitverschiebung fordern ihren Tribut.

So laufen wir noch bis zu einem Park kurz vor dem Zusammenfluss zweier Flüsse und kehren dann um. Gerne wäre ich noch bis zum Zusammenfluss der Flüsse und auf dem Rückweg an der Lagune vorbei gegangen, aber die Mädchen drohen auf der Stelle erschöpft zusammenzubrechen, wenn wir nicht endlich den Rückweg antreten. Dennoch müssen wir immer noch warten bis das Restaurant im Hotel öffnet. Wir hatten beschlossen, dieses Mal direkt im Hotel zu essen, um danach nur noch ins Bett fallen zu müssen. Das Essen ist von hervorragender Qualität, hat aber für ecuadorianische Verhältnisse eher gehobenere Preise.

Das Hotel Victoria in Cuenca

Unser Hotel, das Hotel Victoria ist eines der Prachtbauten aus dem 17. Jahrhundert. Es ist eines jener in den Hang gebauten Hotels, die am «barranco» über dem Río Tomebamba hängen. Dunkles Holz ist ein bestimmendes Gestaltungselement in den grosszügigen Zimmern mit bequemen Betten und modernen Bädern. Wenn man Zimmer zur Gartenseite hat, ist es wunderbar ruhig. Also am besten bei der Buchung angeben. Abends wird man mit einem aus hauseigener Herstellung stammenden Praliné als Betthupferl verwöhnt. Wir können das Hotel Victoria absolut empfehlen. Ein eigener geschlossener Parkplatz ist unten von der Flussseite erreichbar. Eine Klingel verbindet die Lautsprecheranlage mit der Rezeption.

Natürlich gibt es unzählige weitere schöne Hotels und Hostels in Cuenca.

Blick auf Cuenca zum Abschied

Gerne hätten wir einen Tag mehr Zeit in Cuenca verbracht. Auf dem Rückweg nach Guayaquil haben wir aber wenigstens noch eine Wanderung im Cajas Nationalpark eingeplant. Bevor es aber zum Cajas NP geht, bitten wir unseren Guide, noch kurz mit uns zum Aussichtspunkt Mirador de Turi zu fahren. Von dort hat man einen grandiosen Blick über die Stadt.

Zum Sonnenuntergang hat man den Platz garantiert nicht für sich alleine und wahrscheinlich Schwierigkeiten einen Parkplatz zu finden.

Panorama von Cuenca vom Mirador de Turi aufgenommen
Panorama von Cuenca vom Mirador de Turi aufgenommen

Ein Wald auf 4.000 m Höhe – der Cajas Nationalpark

Diesen Wald aus Polylepisbäumen im Cajas Nationalpark, der auf 4.000 m Höhe wächst, wollten wir unbedingt sehen. Das Wetter ist nicht wirklich ideal als wir an der Rangerstation Laguna Toreadora starten. Wolken verhindern die Sicht. Als erstes steigen wir zu einem von über 270 Seen hinunter, um dann auf nicht gekennzeichneten Wegen zum Wald aus Polylepisbäumen zu laufen. Diese können bis zu einer Höhe von 4.800 m wachsen.

Laguna unterhalb der Nationalpark Station Laguna Toreadora
Laguna unterhalb der Nationalpark Station Laguna Toreadora im Cajas NP
Wanderung zu den Polylepisbäumen im Cajas NP - Blick zurück
Wanderung zu den Polylepisbäumen im Cajas NP – Blick zurück
Wir nähern uns dem Polylepis Wald im Cajas NP
Wir nähern uns dem Polylepiswald im Cajas NP

Leider treibt uns Juan, unser Guide permanent zur Eile an. Die Wettervorhersage ist wohl ziemlich mies und die Wolken werden immer dichter und dunkler. Der Wald aus Polylepisbäumen hat etwas von einem verwunschenen Märchenwald.

Der Polylepis Wald schmiegt sich an einen Hang - Cajas NP
Der Polylepis Wald schmiegt sich an einen Hang – Cajas NP
Der Wald aus Polylepis Bäumen ist wie ein verwunschener Märchenwald
Der Wald aus Polylepisbäumen ist wie ein verwunschener Märchenwald
Die Rinde der Polylepis Bäume ist sehr attraktiv - Cajas NP
Die Rinde der Polylepisbäume ist sehr attraktiv

Auf dem Rückweg steil bergauf durch den Polylepiswald japsen wir bald wie die Fische auf dem Trockenen nach Luft. Oben angekommen müssen wir erst einmal verschnaufen und wieder zu Atem kommen. Die Höhe von ca. 4.000 m macht sich bei körperlicher Anstrengung dann doch bemerkbar. Inzwischen regnet es auch noch.

Nach dem kurzen Aufstieg müssen wir erst einmal wieder zu Luft kommen - Cajas NP
Nach dem kurzen Aufstieg müssen wir erst einmal wieder zu Luft kommen

Auf dem Parkplatz ist inzwischen kein Durchkommen mehr. Es staut zurück bis auf die Strasse. Die meisten Touristen werfen nur von oben einen kurzen Blick auf den See und schauen sich noch kurz die Ausstellung an. Dann fahren sie weiter. Eigentlich schade. Die raue Landschaft des Cajas Nationalparks erinnert uns streckenweise an Schottland.

Rückweg nach Guayaquil

Als wir endgültig nach dem Besuch der Ausstellung den Rückweg nach Guayaquil antreten, fängt es in Strömen an zu regnen. Die Wolken sind so dicht, dass man gerade das Auto vor sich erkennt. Am Bypass bei der Hangrutschung müssen wir ewig warten bis wir ihn befahren dürfen.

Unser Guide, Juan, überrascht uns noch mit dem Besuch einer Kakao Plantage. Da wir uns in Costa Rica schon eingehend mit Kakao beschäftigt hatten, waren der Pfeffer und die Pflanze der Drachenfrucht sowie die vielen Tiere auf der Plantage fast interessanter für uns. Glücklicherweise war es wieder trocken.

Blüte der Drachenfrucht (Pitahaya). Die Drachenfrucht ist ein Kakteengewächs.
Blüte der Drachenfrucht (Pitahaya). Die Drachenfrucht ist ein Kakteengewächs.
Drachenfrucht
Drachenfrucht
Hängende Frucht einer Pfefferpflanze. Pfefferpflanzen sind Klettergewächse.
Hängende Frucht einer Pfefferpflanze. Pfefferpflanzen sind Klettergewächse.

Hinweis für alle diejenigen, die nicht gerade zwei Tage überbrücken müssen: Mietet euch ein Auto und fahrt selbst nach Cuenca. Von Cuenca ist es auch nicht mehr weit nach Inga Pirca. Die Strasse von Guayaquil nach Cuenca ist wegen der geringen Zahl von LKWs und Bussen und der doppelten Fahrbahn bergauf um Welten besser zu fahren als die Strasse von Guayaquil nach Inga Pirca.

Die Reisetipps für Ecuador findet ihr unter:

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