15 – Wasser aus allen Richtungen oder die Wasserfälle von Iguazu

Iguazu empfängt uns am Abend mit feuchter Wärme, 30° C bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Wir nehmen am Flughafen ein Taxi und lassen uns ins Hotel fahren. An diesem Abend gibt es im Hotel Buffetessen, so dass wir nicht mehr aus dem Haus gehen. Die Kinder lieben es, sich durch ein Buffet zu probieren. Schlafen können wir nur bei eingeschalteter Klimaanlage.

Am Morgen ist es bedeckt, als wir zum Frühstück gehen. Wir werden mit einem grossen Frühstücksbuffet überrascht. Besonders freuen wir uns, dass auch einheimische Spezialitäten zu kosten sind.

Zu den Wasserfällen von Iguazu fahren wir mit dem Taxi. Zum einen ist es viel komfortabler und zum anderen ist es für 4 Personen auch günstiger als mit dem Bus zu fahren. Mit dem Taxifahrer vom Vorabend hatten wir bereits für Hin- und Rückfahrt einen Fixpreis in US-Dollar vereinbart. Weitere Informationen dazu findet ihr bei den Reisetipps Iguazu.

Mit den Eintrittskarten erhält man einen kleinen Übersichtsplan vom Nationalpark Iguazu, den man sich auch vorher im Internet anschauen kann. Wir entscheiden uns zuerst für den grünen Weg. Dieser führt durch ein Stück tropischen Wald und Freiflächen. Wir begegnen auf diesem Weg einem Rudel Nasenbären und diversen Schmetterlingen.

Bild Iguazu - Nasenbär, brauner Pelz und spitze Nase, kommt aus dem gebüsch; etwa so gross wie eine Katze
Iguazu – Nasenbär
Bild Iguazu - Blick über den Urwald hinweg auf die breite Front der Wasserfälle
Iguazu – Wasserfälle

Kaum haben wir jedoch die ersten Wasserfälle erreicht als ein tropischer Regen auf uns niedergeht. Innerhalb von 2 Minuten, die wir brauchten, um einen Unterstand zu finden, sind wir bis auf die Unterhosen nass. Mit vielen anderen Besuchern warten wir im überdachten Eingangsbereich einer Amtsstube ab, bis der Regen etwas nachlässt. Uns wird schmerzlich bewusst, dass wir es versäumt haben, Regenumhänge in einem der Geschäfte am Eingang zu kaufen. Jetzt ist es zu spät und wir sind nass.

Der Regen hört genauso auf, wie er begonnen hat – plötzlich. So laufen wir als nächstes zur Zugstation, wo der Zug zur Teufelsschlucht abfährt. Vorher besorgen wir uns noch Regenumhänge im Kiosk. Das Wetter sieht so aus, als würde es bald wieder losgehen.

Vom anderen Ende der Bahnstation wandert man auf Stegen über das Wasser. Wahrscheinlich ist dieser Weg unglaublich schön, wenn die Sonne scheint. Wir amüsieren uns über eine Reisegruppe in weissen Regenmänteln, die uns entgegenkommt und aussieht wie ein ganzer Ku-Klux-Klan.

Bild Iguazu - Ku-Klux-Clan Look durch Regenpelerinen; Auf einem der Stege über den Oberlauf an den Wasserfällen geht eine Gruppe Touristen mit spitzmützigen, weissen Regenpelerinen, die sie aussehen lassen wie Mitglieder des Ku-Klux-Klan
Iguazu – Ku-Klux-Clan Look durch Regenpelerinen

Die Teufelsschlucht selbst ist sehr spektakulär. Dort muss es nicht regnen, um bis auf die Knochen nass zu werden. Die Gischt, der von 3 Seiten herunterstürzenden Wassermassen ist unglaublich. Zum Fotografieren muss man einen günstigen Moment abwarten. Dort, wo man wirklich die Bedeutung des Wortes Hexenkessel versteht, leben Vögel, die etwas grösser als Schwalben sind. Sie stürzen sich immer wieder in die Gischt und lassen sich dann von den aufsteigenden Winden nach oben tragen. Wir beobachten sie eine ganze Weile. Leider fängt es nun auch wieder an zu regnen und zu gewittern. Die Temperaturen kühlen merklich ab. Und auch, wenn es immer noch warm ist, fangen wir – so nass wie wir sind – an zu frieren.

Bild Iguazu - Teufelsschlucht Impression 1; es zeigt den als Teufelsschlucht benannten tiefen Kessel an den Iguazu Wasserfällen, in den von fast allen Seiten tosend Wasserfälle stürzen. Nur durch eine Schmale Öffnung kann das Wasser abfliessen. Eine permanente Gischtwolke steht in und über dem Kessel.
Iguazu – Teufelsschlucht Impression 1
Bild Iguazu - Teufelsschlucht Impression 2; das Foto zeigt, wie entlang des Ausflusses des Kessels weitere Wasserfälle hinabstürzen.
Iguazu – Teufelsschlucht Impression 2
Bild Iguazu - Teufelsschlucht Impression 3; es zeigt den Einlauf in den Kessel
Iguazu – Teufelsschlucht Impression 3
Iguazu - Teufelsschlucht Impression 4; es zeigt vom Kessel her die Schlucht, die den Auslauf bildet und entlang derer von beiden Seiten das Wasser in vielen, oft breiten Fällen hinabstürzt.
Iguazu – Teufelsschlucht Impression 4

Es kommen riesige Wassertropfen vom Himmel, die wir als sehr unangenehm empfinden. So gehen wir zum Bahnhof und fahren mit einem total überfüllten Zug zurück. Inzwischen giesst es aus Eimern. Wo vorher Wege waren, bilden sich nun Flüsse. Ans Fotografieren ist gar nicht mehr zu denken. Klatschnass rufen wir unser Taxi für den Rückweg. Damit wir warm werden, springen wir mit Anlauf in die grossen Pfützen auf dem Parkplatz. Die Schuhe und Kleidung können ja nicht mehr nasser werden. Das ist ein riesen Spass und vertreibt die Wartezeit.

Als der Taxifahrer seine triefende Fracht sieht, holt er Planen aus dem Kofferraum, welcher er zum Schutz über die Sitze legt. Auf dem Heimweg sehen wir mit Verwunderung, dass die Strassen sich in Flüsse verwandelt haben. Aus den Gullys kommen Fontänen gesprudelt. So langsam verstehen wir die Bordsteinhöhe.

Ganz so hatten wir uns den Besuch in Iguazu nicht vorgestellt. Den Rest des Tages sind wir damit beschäftigt die Schuhe trocken zu föhnen und auch den Rest der Kleidung zu trocknen.

Am nächsten Tag probieren wir es noch einmal, uns den Wasserfällen zu nähern. Dann aber auf der brasilianischen Seite. Mit dem Taxifahrer sind wir schon verabredet.

Die anderen Beiträge zur Reise in Argentinien findet ihr unter den folgenden Links:


Die Beiträge zu den Teilen unserer grossen Südamerika-Reise 2014 in andere Länder findet ihr unter:


Die Reisetipps zu Argentinien findet ihr unter:

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn Du ihn teilst.

Wir freuen uns über Kommentare, Anregungen und Diskussionen zu unseren Beiträgen

Wenn euch die Seite gefällt oder ihr Ergänzungen, Aktualisierungen oder sonstige Hinweise habt, helft uns, die Seite aktuell zu halten.