Ein Flosshaus auf dem Cheow Lan Lake

Anreise zum Ratchaprapha-Staudamm

Bild Cheow Lan Lake – Karstgebiet, See mit vielen bewachsenen Kalksteinfelsen
Cheow Lan Lake – Karstgebiet

Nach so viel Kultur ruft jetzt das Abenteuer ganz laut – ein Flosshaus auf dem Cheow Lan Lake wartet auf uns. Noch vor dem Frühstück verlassen wir das Hotel in Bangkok mit 4 unhandlichen Lunchpaketen und fahren mit dem ersten Shuttlebus um 6.00 Uhr zum Flughafen. Dort stellen wir uns in die lange Schlange für den Check-in nach Surat Thani. Es geht recht zügig. Bevor wir nun die Sicherheitskontrolle passieren können, müssen wir unsere Lunchboxen loswerden. Die Sandwiches sind gar nicht nach unserem Geschmack. So trinken wir den Kakao, packen die Äpfel in den Rucksack und verschenken den original verpackten Rest. Nicht so wirklich gestärkt und noch immer ohne Kaffee passieren wir die Sicherheitskontrolle.

Hinter der Sicherheitskontrolle wechseln wir wieder Geld, denn das Bargeld schmilzt wie Eis in der Sonne. Im Anschluss begeben wir uns mit dem netten Airline Service vom Vortag im Kopf direkt zu unserem Abfluggate und werden herb enttäuscht. Bevor man nach unten darf, werden bereits die Tickets eingelesen. Erst danach offenbart sich, dass es unten keinen Kaffee und auch nichts Essbares gibt. Es kommt nur ein nackter Wartebereich, immerhin mit WCs, zum Vorschein. Die Fluggesellschaft heisst Smile und gehört zu Thai Airways.

Im Flieger wird es auch nicht viel besser. Wir müssen vorne einsteigen und uns bis zur Reihe 59 (letzte Reihe) durchkämpfen. Der Sitzabstand ist sehr eng und in der letzten Reihe kann man leider auch den Sitz nicht schräg stellen. Gut, dass wir nicht lange fliegen. Immerhin gibt es im Flieger Frühstück. Es besteht aus einem erstaunlich gut schmeckenden warmen Spinat-Käse-Wrap und einer ungeniessbaren Sojamilch. Die Kinder, die Spinat schon mittags als Zumutung betrachten würden, verzichten dankend. Kurz vor der Landung kommt dann tatsächlich noch ein Kaffee vorbei. So ist der Tag zumindest für die Eltern gerettet.

In Surat Thani werden wir von einem nur wenige Brocken Englisch sprechenden Fahrer in einem heruntergekommenen Kleinbus abgeholt und schweigend zum eine Stunde entfernten Ratchaprapha-Staudamm gefahren.

Mit dem Boot zu unserem Flosshaus auf dem Wasser

Dort erwartet uns bereits unser Guide. Bevor es losgehen kann, müssen wir noch auf das Auto aus dem Khao-Sok-Nationalpark warten. Die Dschungel Lodge liefert die Bettwäsche und Handtücher für die Flosshäuser, die unser Boot laden soll und nimmt auf dem Rückweg unser Hauptgepäck mit in die Lodge. Wir haben nur eine kleine Tasche mit dem Allernötigsten gepackt. Da unsere armen Kinder immer noch nichts Essbares bekommen haben, kaufen wir einem Strassenhändler eine halbe Bananenstaude ab. Die kleinen dünnschaligen Bananen sind eine Köstlichkeit.

Nach dem Gepäcktausch führt uns unser Guide zum Bootsanleger. Dort warten bereits Menschenmassen, von denen wir aber nach dem Verlassen des Staudammes nichts mehr sehen, denn der Stausee mit seinen 165 km2 ist sehr weitläufig. Unser Boot fährt vor und nun begeben wir uns in schneller Fahrt in Richtung unserer Flosshäuser. Wir bestaunen die bunten Farben der Kalksteinfelsen, sehen immer wieder in der Ferne andere Flosshäuser. Bevor wir anlegen, fahren wir noch zu den berühmten 3 Felsen, die man auch zu sehen bekommt, wenn man bei der Datenkrake «Ratchaprapha-Staudamm» sucht. Die Sonne steht leider hoch am Horizont, so dass das Fotografieren keine Freude ist. Endlich ist es spät genug, dass wir bei unseren Flosshäusern einlaufen können.

Bild Cheow Lan Lake – Bootstransfer zum Flosshaus, neben der Longbootspitze sind bunte, bewachsene Kalksteinfelsen am Uferrand zu sehen
Cheow Lan Lake – Bootstransfer zum Flosshaus
Bild Cheow Lan Lake - Blick in die Ferne, bunte Kalksteinfelsen, Bugwelle, Kalksteinfelsen so weit das Auge reicht
Cheow Lan Lake – Blick in die Ferne
Bild Cheow Lan Lake - die drei berühmten Felsen, die Longbootspitze zeigt auf 3 schlanke mitten im Wasser stehende bewachsene Kalksteinfelsen
Cheow Lan Lake – die drei berühmten Felsen
Bild Cheow Lan Lake - Flosshaussiedlung, Flosshäuser auf dem See im Hintergrund Kalksteinfelsen
Cheow Lan Lake – Flosshaussiedlung

Die Tagestouristen vom Khao-Sok-Nationalpark sind noch auf der Plattform und beenden gerade ihr Mittagessen als wir ankommen. In der Mitte der Plattform befinden sich die Landungsstege, das Restaurant, die Küche und die Rezeption. Rechts und links gehen schmalere Stege ab, an denen die einzelnen Häuser liegen. An jedem Ende befindet sich ein Toiletten-/Duschhaus.

Wir können unsere Bungalows beziehen, die ein wenig an Gartenhäuser erinnern: Vorne eine Veranda mit 2 Sitzbänken und einem Wäschetrockner für nasse Badesachen, dann die kleine Hütte mit Tür und Fenstern. Sie ist genau so gross, dass 2 Matratzen auf den Boden passen und ein schmaler Steg zwischen den Matratzen und einer Wand bleibt. Die rückseitige Tür lässt sich öffnen und führt direkt ins Wasser. Die ganze Anlage hat keinerlei Landanbindung, was auch gut ist, denn dadurch können keine Tiere zu Besuch kommen und Chaos stiften. Für Strom sorgt ein kleiner Generator, der 21.00 Uhr abgestellt wird.

Gleich nach dem Bezug der Hütten gibt es Mittagessen. Unser Guide tischt diverse sehr leckere Gerichte auf. Die Kinder verlieben sich in das Thai-Omelett und wir uns in das Auberginen-Curry. Hier kommt auf den Tisch, was die Küche gekocht hat. Nach dem Essen haben wir Zeit, die wir zum Schwimmen im klaren Wasser nutzen.

Ausflug in den Dschungel

Am Nachmittag geht es auf Safari. Mit unserem Bootsführer und Guide fahren eine ganze Weile im Boot bevor wir an einem Streifen Land anlegen, von wo aus es dann zu Fuss durch den Dschungel geht.

Bild Unterwegs auf dem Cheow Lan Lake, dschungelartig bewachsene Kalksteinfelsen
Unterwegs auf dem Cheow Lan Lake

Ein paar Affen schauen von weitem vorbei. Die wilden Elefanten lassen sich leider nicht blicken. Damit es nicht langweilig für die Kinder wird, zeigt uns der Guide von Pflanzen mit besonderen Eigenschaften bis zu den Schlafhöhlen der Vogelspinne viele Dinge, an denen wir sonst wohl vorbeigelaufen wären. Er bastelt aus Blättern für die Kinder Hüte und zeigt den Mädchen, wie man bestimmte Blattmitteladern als Katapult benutzen kann. Unerwartet öffnet sich der Dschungel und wir sehen auf eine kleine schwimmende Siedlung, von wo aus wir mit einem Bambus-Floss zu einer wunderschönen Tropfsteinhöhle gefahren werden.

Bild Auf dem Bambusfloss zur Tropfsteinhöhle, Cheow Lan Lake
Auf dem Bambusfloss zur Tropfsteinhöhle, Cheow Lan Lake
Bild Tropfsteine schon aussen am Fels - Cheow Lan Lake, der Kalkstein verwittert schon aussen und tropft zum Wasser, welches den Fels spiegelt
Tropfsteine schon aussen am Fels – Cheow Lan Lake

Unser Guide bekommt eine grosse Lichtleiste in die Hand gedrückt und schon klettern wir zum Eingang der Höhle. Sie ist riesig und rutschig und nirgendwo gibt es ein Halteseil. Vor manchen Tropfsteinen ist ein dünnes Absperrband gespannt. Immer müssen wir raten, was die Tropfsteine darstellen könnten. So geht es tiefer und tiefer in die Höhle. Dann stehen wir vor einer riesigen Tropfsteingardine. Er zeigt auf Risse und gebrochene Tropfsteinpfeiler und erzählt vom Erdbeben, welches die Schäden verursacht hat.

Und genau da ist der Spass an der Entdeckung bei unseren Kindern vorbei. Nur zu gut ist ihnen das grosse Erdbeben, welches wir in Chile erlebt haben, noch in Erinnerung. Sie wollen einfach nur noch raus aus der Höhle. Nur hat der Guide leider die einzige Lichtquelle in der Hand und viel Spass daran, uns raten zu lassen, was der eine oder andere Tropfstein darstellt, so dass es noch eine ganze Weile dauert, bis wir das Tageslicht wiedersehen.

Bild Bei diesem Tropfstein ist Fantasie gefragt - Tropfsteinhöhle am Cheow Lan Lake, phantasievoller Tropfstein
Bei diesem Tropfstein ist Fantasie gefragt – Tropfsteinhöhle am Cheow Lan Lake
Bild Der Elefant - Tropfsteinhöhle am Cheow Lan Lake, Tropfstein in Form eines Elefanten
Der Elefant – Tropfsteinhöhle am Cheow Lan Lake
Bild Dies ist ein Stück der Gardine, breiter Tropfstein einer Gardine ähnlich sehend
Dies ist ein Stück der Gardine

Das Bambus-Floss bringt uns wieder zurück zur schwimmenden Siedlung und dann heisst es den ganzen Weg wieder zurücklaufen.

Bild Abendstimmung bei der schwimmenden Siedlung am Cheow Lan Lake
Abendstimmung bei der schwimmenden Siedlung am Cheow Lan Lake

Der Guide zieht wieder alle Register, um den Kindern den Weg kurzweilig zu gestalten und bastelt Ringe und sogar eine grosse Grille aus Blättern. 3,5 Stunden später sitzen wir wieder in unserem Boot auf dem Weg zum Flosshaus und halten noch nach Tieren Ausschau. Unser Bootsführer erkennt Tiere, die wir kaum sehen, auch wenn wir wissen, wo sie sitzen sollen.

Ein Abend auf dem Wasser

Zurück auf den Flosshäusern haben wir einen gesunden Appetit und freuen uns auf das Abendessen. Gern hätten wir das Mittagsmenü noch einmal gegessen. Zu unserem Entsetzen wird aber ein ganzer Riesenfisch serviert. Jörg hat es gefreut, denn er ist der einzige in der Familie, der Fisch isst. Wir anderen halten uns mit in Teig gebackenem Gemüse und einem scharfen Hühnchen-Curry über Wasser.

Nach dem Abendessen sitzen wir noch ein wenig mit unserem Guide zusammen und unterhalten uns. Er erzählt uns von seiner Kinderheit. Seine Eltern waren aus der Gegend von Ayutthaya nach Süden gezogen, um eine Gummibaumplantage zu eröffnen. Das Geld war immer knapp. Als drittes von drei Kindern blieben da nur die gebrauchten Sachen (Schuluniformen, Bücher etc.) der Brüder.

Ab seinem 6. Lebensjahr begleitete er seine Mutter in den Dschungel, um Nahrung und Orchideen für den Verkauf zu sammeln. Mit zunehmendem Alter ging er dann auch allein in den Dschungel. Im Teenager-Alter blieb er in den Ferien dann manchmal sogar mehrere Wochen im Dschungel. Jetzt wissen wir, warum er sich im Dschungel so gut auskennt.

Ohne gekauftem Spielzeug, spielten sie mit den Sachen, die die Natur bot. Insofern kann er bis heute Blätter in alles und jedes verwandeln. Heute hat er eine eigene Gummibaumplantage, auf der er Angestellte beschäftigt und verdient das Geld als Freelancer im Tourismus, bietet aber auch eigene Survival Dschungeltouren an. Englisch hat er sich selbst beigebracht.

Inzwischen ist es dunkel und kühler geworden. Vor dem Schlafen wollen wir noch schnell Duschen gehen. Mit den Duschen hätten wir uns besser schon mal früher vertraut gemacht. Die Dusche entpuppt sich als eine Art Ankleideraum mit einem grossen Fass Wasser, gefüllt mit kaltem Wasser. Im Fass schwimmt eine unappetitliche Schöpf-Schüssel. So hatten wir uns das Duschen nicht vorgestellt, aber Augen zu und durch.

Nach dem Abseifen und Übergiessen mit kaltem Wasser frieren wir sogar. Trotzdem setzen wir uns noch kurz auf den Steg und bewundern den Sternenhimmel. Dann fallen wir nur noch auf unsere Matratze und lauschen der Melodie des nächtlichen Dschungels. Auf die Musik der Zikaden könnten wir verzichten. Immer, wenn noch jemand über den Steg eilt, werden wir sanft in den Schlaf gewiegt.

Morgensafari mit dem Boot

Am nächsten Morgen treffen wir uns bereits um 7.00 Uhr für die Morgensafari. Einen Wecker müssten wir uns eigentlich nicht stellen, denn die ganze Flosshaussiedlung erwacht, wenn genügend Leute zum WC-Haus pilgern.

Zur Überraschung des Guides, ist ein grosses Frühstücksbuffet im Essbereich aufgebaut. Spontan beschliesst er, dass es bei Buffetessen besser ist, zu essen solange es noch etwas gibt. So können wir uns erst stärken und fahren im Anschluss ans Frühstück entspannt auf Safari. Ohne eine Zeitvorgabe für die Rückkehr können wir uns viel mehr Zeit lassen.

Auf der Bootssafari sehen wir verschiedene Affen. Auch Gibbons schwingen sich lautstark in einiger Entfernung durch die Äste.

Bild Wer hier wen beobachtet, ist noch die Frage. Das Bild zeigt Affen im Baum, die uns beobachten.
Wer hier wen beobachtet, ist noch die Frage.

Wir hätten die Tiere noch ewig beobachten können, müssen aber dann doch leider zurück. Dafür bleibt noch etwas Zeit zum Schwimmen und zum Lesen. Bis 11.30 Uhr müssen wir die Hütten für die nächsten Besucher räumen. Vor der Abfahrt gibt es noch gebratenen Reis mit Hühnchen und dann wird es Zeit zu verschwinden, denn die Tagestouristen fallen lautstark zum Mittagessen ein. Unser Boot bringt uns zurück zum Staudamm.

Bild Blick zurück - Abschied vom Cheow Lan Lake, Heckwelle vom Longboot und Kalksteinfelsen, die im Dunst verschwinden
Blick zurück – Abschied vom Cheow Lan Lake

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