Sagenweg im Toggenburg – Säntisblick und Geschichten

Wandern mit Kindern ist nicht immer einfach. Eher früher als später kommt der Zeitpunkt, wo der liebe Nachwuchs überhaupt keine Lust mehr hat und gefühlte eintausend Ausreden erfindet, nur um ja nicht wandern zu müssen. Unsere Mädels sind inzwischen eh in einem Alter, indem sie uns auf Wanderungen in der Schweiz nicht mehr begleiten wollen. Heute muss schon wenigstens eine Übernachtung und besser noch spektakuläre Highlights herausspringen. Aber auch bei deutlich jüngeren Kindern von Freunden ist es ähnlich. Was also tun, wenn die Erwachsenen trotzdem raus in die Natur wollen? Im nicht weit entfernten Toggenburg haben wir gleich zwei Ziele zur Auswahl, die das Interesse von jüngeren Kindern wecken: der Toggenburger Sagenweg und der Toggenburger Klangweg.

Startpunkt ist die Seilbahnstation in Alt St. Johann.

Schon der Blick vom Parkplatz der Seilbahn Alt St. Johann entschleunigt.
Schon der Blick vom Parkplatz der Seilbahn Alt St. Johann entschleunigt.

Mit der Seilbahn geht es dann auf die Sellamatt. Bereits von der Seilbahn aus können die Erwachsenen den Blick auf den Säntis geniessen. Auch an schönen Tagen hängen oft noch letzte Wolkenschleier in den Bergen

Von der Seilbahn hat man einen wunderschönen Blick auf den Säntis, wenn die Wolken ihn nicht verhüllen.
Von der Seilbahn hat man einen wunderschönen Blick auf den Säntis, wenn die Wolken ihn nicht verhüllen.
Blick von der Seilbahn Alt St. Johann ins Tal
Blick von der Seilbahn Alt St. Johann ins Tal

Beim Blick aus der Seilbahn müssen wir uns immer an die Sage vom Säntisriesen erinnern. Dieser wollte eine Stadt bauen und liess sich von den Zwergen einen grossen Vorrat hübscher Häuser zimmern. Er steckte sie alle in einen Sack und machte sich auf den Weg. Beim überschreiten einer Bergspitze bekam der Sack ein Loch. So purzelten die Häuser bei jedem Schritt des Riesen aus dem Sack und verteilten sich über alle Berghänge und Täler.

Von Sage zu Sage auf dem Toggenburger Sagenweg

Klassisch folgt man dem gut ausgeschilderten Weg nach rechts und wird gleich mit der ersten Geschichte belohnt. Die Kinder kann man problemlos voraus laufen lassen. Der Weg führt durch kleine Wälder und auf schönen Alpwiesen entlang. Für Kinder, die den Toggenburger Sagenweg zum ersten Mal laufen, ist es wie eine Schnipseljagd. Haben sie eine Sage gefunden, richten sie den Blick in die Ferne auf der Suche nach der nächsten Sage. Die Sagen sind durch kunstvoll bemalte Holztafeln illustriert. Manche Holztafeln haben eine Aussparung für ein Erinnerungsfoto.

Stillleben auf der Alp
Stillleben auf der Alp
Die Vielfalt der Blumen begeistert.
Die Vielfalt der Blumen begeistert.

Die majästetische Bergkette der sieben Churfirsten hat man immer im Blick.

Auf dem Toggenburger Sagenweg hat man die Churfirsten immer im Blick
Auf dem Toggenburger Sagenweg hat man die Churfirsten immer im Blick

Eigentlich führt der Toggenburger Sagenweg an 12 mehr oder wenigen bekannten Sagen und Mythen vorbei. Allerdings gibt es unterwegs mehrere Möglichkeiten den Weg abzukürzen. Man verpasst dann zwar das Wildenmannlisloch am Ende des Weges, aber wenn es darum geht, draussen gemeinsam Spass zu haben, ist weniger manchmal mehr.

Unterwegs gibt es so viel zu entdecken, da vergeht die Zeit wie im Flug. Auch ein Picknick bietet sich an. Es gibt einige Grillstellen entlang des Weges. Wir packen aber lieber eine Brotzeit mit ein paar Überraschungen in den Rucksack und suchen uns einen schönen Platz für die Stärkung.

Unser perfekter Picknickplatz - Toggenburger Sagenweg
Unser perfekter Picknickplatz
Flechten an Steinen lassen fantasievolle Bilder entstehen
Flechten an Steinen lassen fantasievolle Bilder entstehen
Flechten in den Nadelbäumen - Toggenburger Sagenweg
Flechten in den Nadelbäumen
Interessante Wurzel am Wegesrand - Toggenburger Sagenweg
Interessante Wurzel am Wegesrand

Am Ende der Tour kann man dann immer noch im Berggasthaus Sellamatt schauen, ob es ein Eis oder etwas anderes gibt, worauf die lieben Kleinen Appetit haben. Dort kann man auch eine ausführliche Version der Sagen in gebundener Form erwerben.

Im Zickzack zurück zur Seilbahn - Toggenburger Sagenweg
Im Zickzack zurück zur Seilbahn

Bei schönem Wetter ist dies ein wunderschön entspannter Ausflug für Gross und Klein.

Alternativweg zum Wildenmannlisloch

Um ehrlich zu sein, sind wir auf dem Toggenburger Sagenweg immer mit jüngeren Kindern gelaufen oder das Wetter hat umgeschlagen, so dass wir die prähistorische Höhle des Wildenmannlisloch nie erreicht haben. Man kann jedoch einen Alternativweg gehen und mit der prähistorischen Höhle anfangen. Dazu nimmt man in Starkenbach die Selun-Seilbahn zum Strichboden. Von hier führt eine einfache Route zum Wildenmannlisloch. Von da aus kann man dann dem Toggenburger Sagenweg auf einer der beiden Hälften zur Sellamatt folgen.

Achtung: Für Leute, die nicht gern Seilbahn fahren, ist die Selun-Seilbahn vielleicht eine (zu) grosse Herausforderung. Die Selunbahn ist eine einzigartige Kistenbahn und damit ein Erlebnis der besonderen Art. Denkt an eine rechteckige Holzkiste, die in jeder Ecke einen Pfosten hat, auf dem weiter oben ein Dach kommt und ihr wisst, womit ihr in luftiger Höhe gondelt.

Gut zu Wissen

Wollt ihr mit der Selun-Seilbahn fahren, solltet ihr vorher auf die Website schauen. Je nach Datum, Wochentag und Wetter sind die Betriebszeiten unterschiedlich. Das Wetter und die Sichtverhältnisse könnt ihr gut mit den Webcams checken.

Die Bahnen auf die Sellamatt fahren seit 6. Juni bis 18. Oktober täglich von 08.30 – 17.00 Uhr.

Hinweis für Wanderfreudige: Man kann jeden Gipfel der sieben Churfirsten besteigen.

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