Morgensafari in der Serengeti und Wanderung am Ngorongoro Kraterrand

Auf dem Programm des heutigen Safari Tags steht eine Morgensafari in der Serengeti. Anschliessend heisst es schon Abschied nehmen von der Serengeti und vom Thorn Tree Camp. Am Nachmittag sind wir zu einer Wanderung am Ngorongoro Kraterrand mit einem Ranger verabredet. Wie schnell doch die Zeit vergeht.

Morgensafari in der Serengeti

Einmal mehr starten wir in der Dunkelheit in den Tag für eine Morgensafari in der Serengeti. Leider sehen wir heute die Springhasen nur aus weiter Entfernung. Wir hatten uns schon auf eine Begegnung gefreut. Dafür kreuzen zwei Hyänen unseren Weg. Gazellen stehen am Rand des Weges und ein Raubvogel beobachtet uns. Obwohl wir auf kleinen Nebenwegen in der Nähe von Wasser fahren, ist aber nicht viel los.

Im ersten Morgenlicht des Tages hebt sich die Silhouette von Bäumen vor der Helligkeit am Horizont ab. Wir brechen zu einer Morgensafari in der Serengeti auf.
Die Lichtstimmung am Morgen ist immer wieder toll.
Ein Adler sitzt bei der Morgensafari in der Serengeti auf einem Ast. Der Wind pustet die Federn am Kopf nach oben, so dass es aussieht, als hätte er einen Heiligenschein.
Morgendliche Frisur im Wind.

Vögel fliegen eilig zwischen den Bäumen hin und her. In der Ferne sehen wir eine Büffelherde, die zum Wasser zieht. So erreichen wir den Hippo Pool. Hier warten Picknicktische auf Besucher. Jetzt werden sie allerdings von Affen untersucht. Das Highlight dieser Morgensafari in der Serengeti ist, dass wir hier aussteigen dürfen. Mindestens 50 Nilpferde in allen Grössen liegen vor uns im Wasser. Ein Geländer hindert die Besucher daran, den Nilpferden zu nah zu kommen. Die Trampelpfade in der Uferböschung zeigen jedoch, dass die Nilpferde hier durchaus entlang spazieren.

Der Nilpferd Pool liegt noch im Schatten. Ungefähr 50 Tiere liegen hier schon im Wasser. Nur ein Tier läuft noch am Uferrand. Der Pool trocknet langsam aus und der felsige Untergrund kommt zum Vorschein. An der eigentlichen Wasserlinie stehen Bäume und Büsche. Morgensafari Serengeti
Die Stimmung auf der Morgensafari in der Serengeti ist hier am Hippo Pool lange friedlich.

Während die kleinen Nilpferde sehr aktiv spielen, entwickelt sich ein Streit zwischen den alten Nilpferden. Als erstes werden die Mäuler bedrohlich aufgerissen. Anschliessend fliegen die Exkremente durch die Gegend. Der Rest des Kampfes erinnert dann an eine Ballett Aufführung. Ein paar Schritte vor, ein paar Schritte zurück. Währenddessen kommen noch Nachzügler auf der anderen Seite zum Wasserloch.

So ein Nilpferd kann das Maul ganz schön weit aufreissen und offenbart seine schlechten Zähne. Morgensafari Serengeti
Die Zähne des Nilpferds sehen nicht gesund aus.
Nilpferd Mutter und Kind erreichen als Nachzügler noch den Pool. Die Nilpferde sind ein Highlight auf der Morgensafari in der Serengeti.
Die beiden sind ganz schön spät dran, um die empfindliche Haut vor der Sonne zu schützen.

Irgendwie erstaunt es uns immer noch, dass wir hier bei den Nilpferden aussteigen durften. Passieren doch die meisten Tierunfälle mit Nilpferden. Auch wenn man es nicht glaubt, können sich die massigen Tiere an Land unglaublich schnell fortbewegen. Als ein weiterer Safari Jeep die Idylle stört, machen wir uns auf den Rückweg zum Camp.

Kann mal bitte jemand die Zeit anhalten

Auf unserer Morgensafari durch die Serengeti vergeht die Zeit schneller als uns lieb ist. So sind wir erst am Nilpferd Pool angekommen, als wir eigentlich nach Zeitplan schon frühstücken sollten. Da wir die Nilpferde nun auch noch eine Zeit lang beobachtet haben, hängen wir dem Zeitplan schon am Morgen ordentlich hinterher.

Am unbewachsenen Uferrand liegt ein schlafendes Krokodil. Nicht weit vom Fluss haben sich Marabu Störche auf dem Boden versammelt.
Ein Krokodil hätten wir hier nicht erwartet. Insofern stoppen wir ein letztes Mal auf der Morgensafari in der Serengeti.

Die zu knappe Zeit bleibt heute den ganzen Tag ein Thema. Zurück von der Morgensafari in der Serengeti heisst es schnell frühstücken, Taschen packen und weiter. Es ist sehr schade, dass wir überhaupt keine Zeit im Camp haben, denn auch hier gibt es viele kleine Tiere zu beobachten, wenn wir etwas mehr Zeit hätten. So lebt unter einem grösseren Grasbüschel neben dem Weg zu unserem Zelt ein ganzer Clan winziger Mäuse. Sie suchen in der Nähe des Busches nach Samen. Wenn wir kommen, verschwinden sie ganz schnell unter dem Busch.

Am Küchenzelt stehen Marabu Störche und hoffen ganz offensichtlich auf Reste. Lustige Eidechsen huschen an den Zelten entlang und unter der Wurzel eines Baumes leben grössere Mäuse. Auch hat man von seinem Zelt aus eine gigantische Sicht in die Landschaft. Es wäre schön, wenn man auch hier tagsüber mal hätte etwas Zeit verbringen können. Unsere Lehren aus der Safari haben wir für euch in den Nützlichen Informationen zur Reiseplanung zusammengefasst.

Ein Warzenschwein mit drei Jungen schaut uns beim Abschied aus dem Camp nach.
Die Warzenschweine verabschieden uns, als wir das Thorn Tree Camp verlassen haben.

Unterwegs zum Ngorongoro Krater

15.30 Uhr müssen wir an der Rangerstation des Ngorongoro Kraters einen Ranger als Begleitung für unsere Wanderung einsammeln. Doch die Zeit rennt. Fahren wir anfangs noch über Nebenwege, wo wir Löwen und den Schwanz eines Leoparden im Baum wedeln sehen, wechseln wir bald zur Hauptstrasse, damit wir schneller fahren können.

Allerdings begegnen uns an der Hauptstrasse weitere Löwen und sogar eine ganze Löwenfamilie. Die jüngsten Familienmitglieder dürften ca. 4 Monate alt sein. Auch eine riesige Gnuherde überquert vor uns die Strasse. Obwohl wir nie lange verweilen, rast die Zeit.

Ein Löwe liegt auf einem Felsen beschattet von einer weiteren Felsmurmel und schläft.
Während wir zu unserer Wanderung am Ngorongoro Kraterrand eilen, sehen wir beim Verlassen der Serengeti überall Tiere.
Zwei von drei Löwenbabies liegen im Schatten eines Baumes. Müssten wir nicht zu unserer Wanderung am Ngorongoro Kraterrand eilen, würden wir die Familie länger beobachten.
Den Löwenkindern könnten wir ewig zuschauen, müssten wir nicht zu unserer Wanderung am Ngorongoro Kraterrand eilen.
Ein männlicher alter Löwe schaut verträumt in die Kamera, während der Wind durch seine Mähne fährt.
Da würde man doch gern mal kuscheln.

Am Ausgang aus der Serengeti nehmen wir ein schnelles, spätes Picknick zu uns und dann rasen wir weiter.

Wanderung am Ngorongoro Kraterrand

Bis auf den eigentlichen Krater ist das Ngorongoro Gebiet nur ein Schutzgebiet. Das bedeutet, dass die hier geboren Massai mit ihrem Vieh hier leben dürfen. Allerdings herrscht hier gerade grosse Trockenheit. Wir sehen sogar Frauen, die in den trockenen Flussbetten nach Wasser graben.

Anstatt wie geplant zuerst das Gepäck in der alten Rangerstation, wo wir heute Nacht übernachten, abzugeben, schaffen wir es gerade so, unseren bereits wartenden Ranger einzuladen. So müssen wir blöderweise alle Reisetaschen im Auto lassen und uns mit den Wertsachen und der ganzen Technik zur Wanderung am Ngorongoro Kraterrand begeben. Anfänglich geht es nur bergauf und wir sind noch nicht wieder fit nach unserem Infekt. Dennoch fragt uns der Ranger nach einer Weile, ob wir zu Hause viel wandern, da wir kein Problem mit der Höhe haben. Andere Touristen scheinen recht mit Atemnot zu kämpfen.

Durch dichtes Buschwerk und Bäume werfen wir auf unserer Wanderung entlang des Ngorongoro Kraterrands einen Blick in das Innere des grossen Ngorongoro Kraters.
Das also ist der berühmte Ngorongoro Krater.

Wir geniessen die Wanderung, die eigentlich mehr ein Spaziergang in gemütlichem Tempo ist, sehr. Für mich gibt es viele Pflanzen zu entdecken. Von Feuerlilien und wilden Bohnen bis zu Tagetes wachsen die Blumen wild hier.

Eine Feuerlilie mit ihren leuchtend roten Blütenblättern bei der Wanderung am Ngorongoro Kraterrand.
Feuerlilie

Die Kinder sind etwas enttäuscht, dass sich keine Tiere entlang des Weges zeigen. Wir erfahren, dass wir einem Elefantenweg folgen. Elefanten sind geniale Wegfinder. Ihnen verdanken wir auch die Strasse, welche aus dem Ngorongoro Krater wieder herausführt. Aber diesen Weg werden wir erst am nächsten Tag zu würdigen wissen, wenn wir auf Safari im Ngorongoro Krater gehen.

Irgendwann haben wir das Ziel unserer Wanderung am Ngorongoro Kraterrand erreicht. Wir stehen auf einem Aussichtspunkt, von dem aus wir einen schönen Blick in den Krater haben.

Die Aussicht in den Krater am Ende unserer Wanderung entlang des Ngorongoro Kraterrands ist beeindruckend. Ein grosser See ist in der Mitte zu sehen und schwarze Punkte, die Büffel sind.
Die Wanderung am Ngorongoro Kraterrand hat sich gelohnt.

Der Ngorongoro Krater – das 8. Weltwunder

Beim Blick von oben können wir viele schwarze Punkte erkennen. Dabei handelt es sich um Büffel. Während wir die Aussicht geniessen, plaudert der Ranger aus dem Nähkästchen. Hier im Ngorongoro Krater leben 24 bis 32 Nashörner. Eigentlich können sich alle im Krater lebende Tiere frei bewegen. Nur den Nashörnern wird diese Freiheit verwehrt, um sie zu schützen. Das bringt neben dem Problem der Überwachung auch ein weiteres Problem mit sich, denn Nashörner beanspruchen ein Revier. Da die Nashörner im Krater auf engem Raum leben, gibt es viele Revierkämpfe, die häufig im Tierspital enden. In die Serengeti ausgewanderte Tiere haben es leider nicht überlebt.

Weiterhin erzählt uns der Ranger, dass der Ngorongoro Krater eigentlich das 8. Weltwunder ist. Er ist zwar nur der 8. grösste Krater auf der Welt, aber der einzige, dessen Seitenwände noch stehen und der nicht voll Wasser gelaufen ist. Dies hängt mit dem porösen Gestein zusammen, durch welches das Wasser versickert, so dass die Seen unabhängig von der Regenmenge nicht grösser werden.

So vergeht die Zeit kurzweilig. Und schon müssen wir den Rückweg antreten. Zurück nehmen wir einen anderen Weg. Dieser wird von den mit ihren Kuhherden heimkehrenden Massai genutzt, so dass wir immer wieder Kuhherden ausweichen müssen, da sich die Kühe nicht trauen, an uns vorbei zu laufen.

Die Mädchen helfen sich beim Aufstehen von ihrem Platz im Gras mit Aussicht - Wanderung am Ngorongoro Kraterrand
Zeit, den Rückweg anzutreten.

Unser Auto wartet am Ende der Wanderung zum Ngorongoro Krater wie wir es verlassen hatten.

Abend in der alten Rangerstation

Nach so vielen Tagen Safari hat uns die Zivilisation wieder. Das merken wir daran, dass wir auf dem Weg zur Rangerstation in eine Polizeikontrolle geraten. Angeblich ist unser Fahrer 1 Km/h zu schnell gefahren. Er regt sich fürchterlich auf. Gibt es doch eine Übereinkunft, dass alles was zwischen 50 und 60 Km/h auf dieser Strecke ist, nicht geahndet wird. Dies hängt zum einen mit dem katastrophalen Zustand der Strasse und zum anderen auch mit dem steilen Anstieg zusammen. Bei manchen Geschwindigkeiten zerlegt es das Auto oder man hat nicht genügend Schwung für die nächste Steigung. Der Ranger ist sichtlich genervt und schaut immer wieder auf sein Mobiltelefon.

Bevor wir die Lodge erreichen, posieren noch zwei Büffel für uns.

Ein lehmverkrusteter Büffel mit feuchter Nase liegt im Gras und schaut verträumt.
Dieser Büffel ist sehr fotogen

In der Lodge ist gerade grosse Anreise. Die Zimmer sind einfach, aber sauber. Speziell ist der Balkon vor jedem Zimmer, von dem aus man morgens und abends Tiere beobachten können soll. So viel Zeit haben wir allerdings mal wieder nicht. Die Zeit vor dem Abendessen reicht gerade, um den Staub des Tages abzuwaschen.

Der Essensraum ist sehr gemütlich. Die beiden offenen Kamine verbreiten im ganzen Raum angenehme Wärme. Auf dieser Höhe wird es deutlich kühler am Abend. Ein Tisch ist für jede Gästegruppe reserviert. Kaum sitzen wir, wird auch schon die Suppe serviert. Das restliche Essen können wir uns am Buffet zusammenstellen. Alle Gäste scheinen müde vom Tag zu sein und verschwinden schnell nach dem Essen wieder in ihre Zimmer. So schön Safari ist, so anstrengend ist es auch. Wir sind auch seit der Morgensafari in der Serengeti ohne grössere Pause unterwegs gewesen. Das nächste Mal planen wir mehr Zeit zum Erholen und Verweilen in den Camps ein. Am nächsten Morgen müssen wir schon wieder 6.00 Uhr beim Frühstück sein.

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