Morgensafari in der Serengeti und Ngorongoro Kraterrand «Wanderung»

Einmal mehr starten wir in der Dunkelheit in den Tag für eine Morgensafari in der Serengeti. Leider sehen wir heute die Springhasen nur in der Entfernung. Wir hatten uns schon auf eine Begegnung gefreut. Dafür kreuzen zwei Hyänen unseren Weg. Gazellen stehen am Wegesrand und ein Raubvogel beobachtet uns. Wir fahren auf kleinen Nebenwegen in der Nähe von Wasser, aber es ist nicht viel los.

Bild Die Serengeti erwacht - Morgensafari zeigt die Silhouetten von Bäumen, die sich vor dem ersten orangen Schimmer abheben.
Die Serengeti erwacht – Morgensafari
Bild Frisur im Wind - Serengeti Morgensafari zeigt einen Raubvogel auf einem Ast, dessen Kopfgefieder wie ein Heiligenschein vom Wind hochgepustet wird.
Frisur im Wind – Serengeti Morgensafari

Eilige Vögel fliegen zwischen den Bäumen hin und her. Dann endlich sehen wir eine Büffelherde, die zum Wasser zieht. Unser Weg endet an einem Hippopool. Wir sind die einzigen Besucher, wobei hier im Laufe des Tages wohl viele Touristen vorbeikommen. Es gibt sogar Picknicktische, die momentan von Affen untersucht werden. Hier dürfen wir sogar aussteigen. Mindestens 50 Nilpferde in allen Grössen liegen vor uns im Wasser. Ein Geländer markiert, wo die Besucher anhalten müssen. Allerdings zeigen die Wege in der Uferböschung, dass die Nilpferde hier häufig entlang gehen.

Bild Nilpferde Serengeti Morgensafari im Pool zeigt ca. 50 grosse und kleine Nilpferde im Wasser.
Nilpferde im Pool – Serengeti Morgensafari
Bild Nilpferd, Zahnpflege ungenügend - Serengeti Morgensafari zeigt ein Nilpferd, welches drohend sein Maul aufreisst und dabei sehr braune Zähne offenbart.
Nilpferd, Zahnpflege ungenügend – Serengeti Morgensafari

Die kleinen Nilpferde sind sehr aktiv. Ein paar grosse Nilpferde haben Streit. Sie reissen ihre Mäuler bedrohlich auf und wedeln aufgeregt ihre Exkremente durch die Gegend. Der Rest des Kampfes erinnert an eine Ballett Aufführung, ein paar Schritte vor, ein paar Schritte zurück. Auch Nachzügler erreichen das Wasser noch. Sie gehen glücklicherweise auf der anderen Seite in den Pool.

Bild Nachzügler kommen noch zum kühlenden Nass - Serengeti Morgensafari zeigt eine Mutter mit ihrem Jungen, die über die Felsen in den Pool klettern.
Nachzügler kommen noch zum kühlenden Nass – Serengeti Morgensafari

Die meisten Tierunfälle passieren ja mit Nilpferden, die sich trotz ihrer Masse auch an Land unglaublich schnell bewegen können. Insofern sind wir etwas verwundert, wie nah wir sie besuchen dürfen. Als ein weiteres Safariauto ankommt, machen wir uns auf den Weg zurück ins Camp.

Bild Krokodil und Marabu Storch - Serengeti zeigt im Vordergrund ein halb im Tümpel liegendes Krokodil. Hinter der Ufervegetation stehen 20 Marabu Störche vor einer Schirmakazie und Büschen.
Krokodil und Marabu Storch – Serengeti

Wir sind erst am Nilpferdpool angekommen, als wir eigentlich schon beim Frühstück hätten sein sollen. So eilen wir mal wieder der Zeit hinterher. Das scheint heute den ganzen Tag unser Schicksal zu sein. So heisst es im Camp schnell frühstücken, Zähneputzen, Taschen schnappen und wieder los. Es ist sehr schade, dass wir überhaupt keine Zeit im Camp haben, denn auch hier gibt es viele kleine Tiere zu beobachten, wenn man etwas Zeit hätte. So lebt unter einem grösseren Grasbüschel neben dem Weg zu unserem Zelt ein ganzer Clan winziger Mäuse. Sie suchen in der Nähe des Busches nach Samen. Wenn wir kommen, verschwinden sie ganz schnell unter dem Busch.

Am Küchenzelt stehen Marabustörche und hoffen ganz offensichtlich auf Reste. Lustige Eidechsen huschen an den Zelten entlang und unter der Wurzel eines Baumes leben grössere Mäuse. Auch hat man von seinem Zelt aus eine gigantische Sicht in die Landschaft. Es wäre schön, wenn man auch hier tagsüber mal hätte etwas Zeit verbringen können.

Bild Blick vom Thorn Tree Camp in die Landschaft - Serengeti zeigt ein Warzenschwein mit drei Jungen im hohen trockenen Gras zwischen lauter Büschen.
Blick vom Thorn Tree Camp in die Landschaft – Serengeti

15.30 Uhr müssen wir an der Rangerstation des Ngorongoro Kraters einen Ranger als Begleitung für unsere Wanderung einsammeln. Fahren wir anfangs noch über Nebenwege, wo wir Löwen und den Schwanz eines Leoparden im Baum wedeln sehen, wechseln wir bald zur Hauptstrasse, damit wir schneller fahren können.

Entlang der Hauptstrasse sehen wir weitere Löwen, sogar eine ganze Löwenfamilie. Die jüngsten Familienmitglieder dürften ca. 4 Monate alt sein. Auch eine riesige Gnuherde überquert vor uns die Strasse. Obwohl wir nie lange verweilen, rast die Zeit. Am Ausgang aus der Serengeti nehmen wir ein schnelles, spätes Picknick zu uns und dann rasen wir weiter.

Bild Kopje mit jungem Löwen - Serengeti zeigt eine dösenden Löwen, der sich es unter einem Felsvorhang gemütlich gemacht hat.
Kopje mit jungem Löwen – Serengeti
Bild Löwen Babies - Serengeti zeigt 3 ca. 4 Monate alte Löwenbabies, die sich im Schatten neu sortieren.
Löwen Babies – Serengeti
Bild Männlicher Löwe hält Ausschau - Serengeti, zeigt einen ausgewachsenen, stehenden männlichen Löwen von der Seite in seiner ganzen Pracht und Kraft.
Männlicher Löwe hält Ausschau – Serengeti

Bis auf den eigentlichen Krater ist das Ngorongoro Gebiet nur ein Schutzgebiet. Die hier geboren Massai dürfen mit ihrem Vieh hier leben. Es ist sehr trocken auf dem Weg zum Kraterrand. Wir sehen Frauen, die in den trockenen Flussbetten nach Wasser graben.

Anstatt wie geplant erst das Gepäck in der alten Rangerstation, wo wir heute Nacht übernachten, abzugeben, schaffen wir es gerade so, 15.30 Uhr an der neuen Rangerstation zu sein und unseren bereits wartenden Ranger einzuladen

So müssen wir alle Reisetaschen im alleinstehenden Auto lassen und uns mit allen Kameras, Laptops und Kopfhörern auf den Weg zum Kraterrand begeben. Es geht ja nur bergauf und wir sind von dem Infekt recht angeschlagen. Trotzdem fragt uns der Ranger nach einer Weile, ob wir zu Hause viel wandern, da wir kein Problem mit der Höhe haben. Andere Touristen scheinen recht mit Atemnot zu kämpfen.

Bild Blick vom Kraterrand in den Ngorongoro Krater auf der Kraterrandwanderung zeigt vor der Kulisse übiger Vegetation den vergleichseweise kargen Krater.
Blick vom Kraterrand in den Ngorongoro Krater

Wir geniessen die Wanderung, die eigentlich mehr ein Spaziergang in gemütlichem Tempo ist, sehr. Für mich gibt es viele Pflanzen zu entdecken von Feuerlilien, wilden Bohnen bis zu Tagetes.

Bild Feuerlilie auf der Kraterrandwanderung - Ngorongoro Kraterrand zeigt die rote Blüte mit geleben Rand und gelben Staubgefässen einer Feuerlilie.
Feuerlilie – Ngorongoro Kraterrand

Die Kinder sind enttäuscht, dass keine Tiere entlang des Weges kommen. Der Ranger erklärt, dass der Weg, dem wir folgen, ein Elefantenweg ist und die Elefanten geniale Wegfinder sind. Die Strasse, welche aus dem Ngorongoro Krater wieder herausführt, folgt auch einem Elefantenweg.

Irgendwann haben wir das Ziel unserer Anstrengungen erreicht. Wir stehen auf einem Aussichtspunkt, von dem aus wir einen schönen Blick in den Krater haben.

Das achte Weltwunder der Ngorongoro Krater zeigt eine Panoramaaufnahme des Kraters
Das achte Weltwunder der Ngorongoro Krater

Von oben sehen wir viele schwarze Punkte, die wohl Büffel sind. Hier erzählt uns der Ranger von den 24 bis 32 Nashörnern, die im Krater leben. Eigentlich sind alle Tiere im Krater frei, zu gehen wohin sie wollen. Nur den Nashörnern wird diese Freiheit verwehrt, um sie zu schützen. Das bringt neben dem Problem der Überwachung auch ein weiteres Problem mit sich, denn Nashörner beanspruchen ein Revier. Da die Nashörner im Krater auf engem Raum leben, gibt es viele Revierkämpfe, die häufig im Tierspital enden. In die Serengeti ausgewanderte Tiere haben es leider nicht überlebt.

Weiterhin erzählt uns der Ranger, dass der Ngorongoro Krater eigentlich das 8. Weltwunder ist. Er ist zwar nur der 8. grösste Krater auf der Welt, aber der einzige, dessen Seitenwände noch stehen und der nicht voll Wasser gelaufen ist. Dies hängt mit dem porösen Gestein zusammen, durch welches das Wasser versickert, so dass die Seen unabhängig von der Regenmenge nicht grösser werden.

Und wieder rennt die Zeit und wir müssen den Rückweg antreten. Zurück nehmen wir einen anderen Weg. Dieser wird von den mit ihren Kuhherden heimkehrenden Massai genutzt, so dass wir immer wieder Kuhherden ausweichen müssen, da sich die Kühe nicht trauen an uns vorbei zu laufen.

So erreichen wir unser Auto wieder und sind erleichtert, alles so vorzufinden, wie wir es verlassen haben.

Das wir wieder in der Zivilisation sind, merken wir daran, dass wir auf dem Weg zur Rangerstation in eine Polizeikontrolle geraten. Angeblich wäre unser Fahrer 1 Km/h zu schnell unterwegs gewesen. Er regt sich fürchterlich auf. Es gibt wohl die Verabredung, dass alles was zwischen 50 und 60 Km/h ist, ok ist. Dies hängt zum einen mit dem katastrophalen Zustand der Strasse und zum anderen auch mit dem steilen Anstieg zusammen. Bei manchen Geschwindigkeiten zerlegt es das Auto oder man hat nicht genügend Schwung für die nächste Steigung. Der Ranger ist genervt und schaut immer wieder auf sein Mobiltelefon.

Nach dem wir ihn in der neuen Rangerstation abgeladen haben, machen wir uns auf den Weg zur alten Station, die nur 10 Minuten entfernt ist. Kurz vor der Lodge posieren allerdings noch zwei Büffel für Portraitaufnahmen.

Bild Büffel im Grünen zeigt den lehmigen Kopf eines Büffels. Die Nase glänzt feucht. Die Hörner sehen ramponiert aus.
Büffel im Grünen

In der Lodge ist viel los, so dass Amini nur kurz anhalten kann. Während wir noch aussteigen, verschwinden unsere Reisetaschen mit vier Massai davon. Sie warten auf uns bis wir alle Formalitäten erledigt haben und begleiten uns dann zu den Zimmern. Die Zimmer sind recht einfach. Speziell ist der Balkon vor jedem Zimmer, von dem aus man morgens und abends Tiere beobachten können soll. So viel Zeit haben wir allerdings mal wieder nicht. Die Zeit reicht gerade, um den Staub des Tages abzuwaschen.

Der Essensraum ist unglaublich gemütlich. In der Mitte sind zwei offene Kamine Rücken an Rücken und verbreiten im ganzen Raum angenehme Wärme, denn hier oben ist es deutlich kühler. Ein Tisch ist reserviert. Kaum sitzen wir, kommt auch schon die Suppe. Das restliche Essen können wir uns am Buffet zusammenstellen. Alle Gäste scheinen müde vom Tag zu sein und verschwinden schnell nach dem Essen wieder in ihre Zimmer. Da das WLAN mit jedem Gast, der verschwindet, besser wird, bleibe ich noch ein wenig sitzen und lese mal meine E-Mails. So fällt die ständige Hektik des Tages etwas von mir ab.

Vor dem Restaurant ist eine grosse Holzterrasse mit Stühlen und schöner Sicht in die Landschaft. Schade eigentlich, dass man für all diese Dinge keine Zeit hat. Am nächsten Morgen sind wir schon wieder 6.00 Uhr zum Frühstück verabredet.

Alle Beiträge, die im Rahmen dieser Reiseerzählung entstanden sind, findet ihr nachfolgend als Link:

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