23 – Fun im Rincon de la Vieja Nationalpark

Ausritt und Watertubing zum Ersten

Wir verlassen recht früh die Tenorio Lodge und fahren zum Rincon de la Vieja Nationalpark. Unser Guesthouse erreichen wir bereits am Mittag und werden vom Verwalter und zwei Hunden (Rodesian Ridgback und Dackel) begrüsst. Der Verwalter erzählt uns alles über die möglichen Aktivitäten beim nahegelegenen Hotel und die Wanderwege.

Wir entscheiden uns am Nachmittag für einen Ausritt zum Fluss, um dann dort mit riesigen Schwimmreifen, die Stromschnellen herunterzutreiben. Leider bedeutet dies, dass wir uns schon gleich wieder beeilen müssen. Auto ausräumen, Badesachen suchen, lange Hosen anziehen und den Holperweg zum Hotel fahren.

Beim Hotel können wir parken und bekommen einen Helm. Bevor es zu den Pferden geht, stellen wir fest, dass in diesem recht grossen Hotel viel geboten wird. Neben verschiedensten Touren gibt es auch Klettertouren, denen wir uns als Rabeneltern verweigert haben. Für die Hotelgäste gibt es auch einen Wasserbüffel-Kutschtransport und regelmässig Abendmusik. Das Hotel hat den Vorteil, dass man zu allen Aktivitäten direkt vom Hotelzimmer aus starten kann und nicht erst anfahren muss. Beim nächsten Mal würden wir das Hotel wählen, auch wenn es uns eigentlich zu gross und unpersönlich ist.

Für den Ritt bekommen wir Pferde, die den Weg allein kennen. Der Sattel ist nicht ganz mit meinen Sitzbeinhöckern kompatibel, so dass der «Ritt» in keiner Weise angenehm ist. Wir schaukeln gemütlich auf dem Rücken der Pferde zum Treffpunkt. Die Pferde laufen dann allein zurück, um abgesattelt zu werden.

Am Treffpunkt werden wir für das letzte Stück noch in einen LKW geladen. Mit uns kommen 3 Guides. Nach dem Ausstieg erhalten wir eine kurze Einweisung einen Helm und eine Schwimmweste. Die Erwachsenen tragen die Reifen nach unten. Und dann geht es auch schon los. Auf einer Strecke von 5 km gibt es 25 Stromschnellen und kleinere Wasserfälle.

Bild Stromschnelle, trotz wenig Wasser recht schnell zeigt wie in grossen aufgeblasenen Reifen sitzende Personen den Fluss in den Stromschnellen heruntertreiben
Stromschnelle, trotz wenig Wasser recht schnell
Bild gleich geht es einen kleinen Wasserfall hinunter, zeigt Person im spritzenden Wasser
Gleich geht es einen kleinen Wasserfall hinunter

Dazwischen gibt es auch immer wieder ruhigere Abschnitte, wo man paddeln muss, wenn es einen aus der geringen Strömung getrieben hat. Wir sind nicht gekentert. Mit einem höheren Wasserpegel ist dies sicher herausfordernder. So mussten wir eher sehen, in der Strömung zu bleiben und am anderen Ende der Tour das Steissbein vor den herausragenden Steinen zu schützen.

Bevor wir den Fluss verlassen, gibt es noch eine ordentliche Wasserschlacht. Dann müssen die Reifen wieder nach oben geschleppt und in den LKW verladen werden. Im LKW geht es zu unserem Auto zurück. Als wir im Guesthouse ankommen, riecht es schon fantastisch nach Abendessen. Inzwischen sind die anderen Gäste auch angekommen und haben die Hängematten besetzt. So duschen wir uns noch mit dem stark vulkanisch riechenden Wasser und dann gibt es auch schon am grossen Tisch für alle Abendessen.

Das gemeinsame Essen ist eine schöne Sache. In einem Gemisch aus Französisch und Englisch unterhalten sich alle prächtig.

Wandern auf dem Circularweg im Rincon de la Vieja Nationalpark

Die Nacht ist dann allerdings wenig erholsam. Es riecht nach Rauch. Der Ventilator macht komische Geräusche, so dass wir ihn ausstellen und nun in der Hitze genauso wenig schlafen können. 5.30 Uhr werden wir dann von der durchdringenden Stimme eines kleinen Jungen, der nach seinem Papa schreit, geweckt.

Es stellt sich heraus, dass dies der grüne Papagei ist. Er gehört der Besitzerfamilie des Hauses, die dort selbst mehrere Jahre gelebt hat, bevor es in ein Guesthouse umgewandelt wurde. Der kleine Junge wollte nicht, dass sein Vater morgens das Haus für die Arbeit verlässt. Das ist das einzige, was der Papagei gelernt hat und von sich gibt. Ansonsten schweigt er den ganzen Tag und hackt mit dem Schnabel nach allen Gästen, die ihm zu nahe kommen. Aber morgens 5.30 Uhr erwacht das Mistvieh zum Leben und schreit bis zu einer Stunde nach dem Papa.

Bild Grüner Papagei
Grüner Papagei

Heute nun steht eine Wanderung im Rincon de la Vieja Nationalpark auf dem Morgenprogramm. Wir haben uns für den Circularweg entschieden, der an Fumarolen und Schlammblubbern vorbeiführen soll. Der Weg zum Wasserfall, wo man hätte baden können, war unseren Kindern mit 10 km zu lang. Der Weg zum Kratersee ist wegen des Austritts giftiger Dämpfe momentan gesperrt. Das ganze Gebiet ist geothermal aktiv und es gibt grosse gesperrte Bereiche, in denen die Energiewirtschaft die austretende Wärme nutzt.

Bild Es dampft im gesperrten Gebiet zeigt Dampfsäulen vor Bergkulisse
Es dampft im gesperrten Gebiet
Bild Rostige Brücke über den Rio Colorado im Rincon de la Vieja Nationalpark
Rostige Brücke über den Rio Colorado im Rincon de la Vieja Nationalpark

Es ist bedeckt, was das Wandern angenehmer macht. Zwischenzeitlich regnet es auch, aber das wird alles vom Blätterdach über uns abgefangen. Wir sehen Affen und ein lustiges Nagetier.

Bild Acouchis, auch Zwerg- oder geschwänztes Agutis genannt, ist ein Nagetier, hier sitzend, etwas aus den Pfoten knabbernd
Acouchis, auch Zwerg- oder geschwänztes Agutis genannt, ist ein Nagetier

Die Fumarolen und Schlammblubber sind sehr enttäuschend, wenn man die vulkanischen Aktivitäten auf Island kennt. Der Rückweg führt dann über eine offene Grasfläche und die Sonne brennt inzwischen wieder unbarmherzig vom Himmel.

Bild Dampf im Dschungel, Rincon de la Vieja Nationalpark, zeigt einen liegenden Baumstamm im Dschungel. Dort, wo mal seine Wurzeln gewesen sind, dampft es aus dem Loch.
Dampf im Dschungel, Rincon de la Vieja Nationalpark
Bild Kochendes Wasserloch im Dschungel, Rincon de la Vieja Nationalpark
Kochendes Wasserloch im Dschungel, Rincon de la Vieja Nationalpark
Bild Kleiner Schlammblubber im Rincon de la Vieja Nationalpark
Kleiner Schlammblubber im Rincon de la Vieja Nationalpark
Bild Auch dieser Tümpel ist warm und köchelt, Rincon de la Vieja Nationalpark zeigt Tümpel umgeben von bunten Steinen mit aufsteigenden Blasen
Auch dieser Tümpel ist warm und köchelt, Rincon de la Vieja Nationalpark
Bild Der Weg über die offene Ebene im Rincon de la Vieja Nationalpark zeigt im Hintergrund grünen Regenwald, der in eine Fläche mit trochenem Gras und steinen übergeht.
Der Weg über die offene Ebene im Rincon de la Vieja Nationalpark

Watertubing zum Zweiten und doch ganz anders

Deshalb buchen wir auf dem Rückweg gleich noch eine Tubingtour – ohne Ausritt – für den Nachmittag. Obwohl es die gleiche Tour ist, ist das Erlebnis komplett anders, denn dieses Mal werden wir von einer Gruppe Engländer begleitet. Wir sind insgesamt 16 Personen und haben auch nur 3 Guides, die sich heute vor allem untereinander unterhalten. So sind wir in den strömungsarmen Teilen des Flusses sehr damit beschäftigt unsere aus der Strömung getriebenen Kinder wieder an die Gruppe anzuschliessen.

Bei einem Wasserfall steht heute auch ein Fotograf. Deshalb sind die Jungs dieses Mal den Leuten behilflich. Dennoch kentert die Engländerin, die nach mir den Wasserfall herunterkommt. Sie kommt kurz an die Wasseroberfläche und schreit mir nur zu, dass sie nicht schwimmen kann. Also habe ich die Frau gepackt und versucht sie an ihren Schwimmreifen zu hängen und sie zu beruhigen. Sie hat ja auch eine Schwimmweste an und kann eigentlich nicht ertrinken. Von den Guides ist keiner aufgetaucht. Erst im flacheren Wasser ist es gelungen, sie wieder in den Schwimmreif zu setzen. Wie man auf die Idee kommt, so eine Tour zu machen, wenn man nicht schwimmen kann, ist mir unverständlich.

Am Ende der Tour gab es auch keine Wasserschlacht, was die Mädchen sehr enttäuscht hat. So unterschiedlich kann die Erfahrung mit ein und derselben Aktivität sein.

Immerhin ergattern wir heute bei der Rückkehr ins Guesthouse eine der begehrten Hängematten und können so noch ein wenig lesen bis zum Abendessen.

Die anderen Beiträge zur Reise in Costa Rica findet ihr unter den folgenden Links:


Die Beiträge zu den Teilen unserer grossen Südamerika-Reise 2014 in andere Länder findet ihr unter:


Die Reisetipps zu Costa Rica findet ihr unter:

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