08 – Über den Passo de Jama nach San Pedro de Atacama

Nachdem wir am Vortag ja einige Aufregung mit dem nicht funktionierenden Allradantrieb unseres Mietwagens hatten (siehe unseren Beitrag «Humahuaca und die 14-farbigen Felsen«), wodurch wir unsere Unterkunft erst im Dunkeln erreicht haben, frühstücken wir am Morgen gemütlich, bevor es über den Passo de Jama nach San Pedro de Atacama geht. Der Weg führt uns von Purmamarca durch eine malerische Schlucht, so dass wir für die ersten 25 km eine Stunde brauchen. Wir halten immer wieder an, steigen aus, fotografieren, laufen durch Kakteen und geniessen einfach die Landschaft.

Bild Von Purmamarca zum Passo de Jama entlang des Flusstales - Das Bild zeigt das ausgetrocknete Flussbett neben der Strasse und die verwitterten Felsen
Von Purmamarca zum Passo de Jama entlang des Flusstales
Bild Von Purmamarca zum Passo de Jama- scharfkantige Felsen und grünes Tal zeigt das trockene Flussbett eingerahmt von Felsen und einem grünen Tal mit Bäumen, Gräsern und einem Haus
Von Purmamarca zum Passo de Jama- scharfkantige Felsen und grünes Tal
Bild Von Purmamarca zum Passo de Jama - bunte Felsen in gelb und rosa Tönen
Von Purmamarca zum Passo de Jama – bunte Felsen
Bild Von Purmamarca zum Passo de Jama - Kakteen vor gelben Felsen in Szene gesetzt
Von Purmamarca zum Passo de Jama – Kakteen in Szene gesetzt
Bild Von Purmamarca zum Passo de Jama - Kakteenwald in felsiger Landschaft
Von Purmamarca zum Passo de Jama – Kakteenwald

Bei einer Tagesetappe von 420 km müssen wir unser Tempo aber deutlich steigern, wenn wir heute noch ankommen wollen. So fahren wir mit nur einer einzigen Unterbrechung zum Fotografieren der Serpentinen bis zum Passo de Jama.

Bild Serpentinen winden sich entlang des Hanges
Serpentinen

Am Pass halten wir dann aber doch wieder kurz an. Ich laufe mit der Kamera ein Stück zurück, um ein paar Bilder zu schiessen. Die Mädchen schauen bei den Indios, was diese verkaufen. Ein paar Haargummis mit Filzblüten finden den Weg in unseren Besitz. Den Verkäferinnen schenken wir noch einen Teil unserer Äpfel, die wir ja nicht nach Chile einführen dürfen. Der Pass liegt auf einer Höhe von 4.170 m. Auch hier ist es ziemlich windig.

Bild Stein, der die Passhöhe des Passo de Jama markiert
Stein der die Passhöhe des Passo de Jama markiert
Bild Hochebene am Passo de Jama
Hochebene am Passo de Jama

Nach der Passhöhe steigt die Strasse immer noch an, bevor man eine ganze Weile auf einer Art Hochebene fährt. Plötzlich öffnet sich der Blick und man sieht in den Braun- und Rottönen der Felsen, das Weiss eines Salzsees schimmern. Ohne Verkehr auf der Strasse, hält Jörg immer mal wieder kurz an, damit ich für ein Foto aus dem Auto springen kann.

Bild Salinas Grande in der Ferne, zeigt im Vordergrund die Strasse, welche sich durch die rötlichen Felsen schlängelt
Salinas Grande in der Ferne
Bild Blick zurück in die Hochebene, rötliche Felsen, schneebedeckte Vulkane und Grün am Fusse der Berghänge
Blick zurück in die Hochebene

An den Salinas Grande parken wir und schauen uns den Salzsee etwas genauer an. Das Weiss blendet trotz Sonnenbrille schmerzhaft in den Augen. Einige Einheimische verkaufen in kleinen, aus Salzquadern gebauten Verkaufsständen Andenken. Wir kaufen bei einer Frau mit Tochter ein grosses Stück Salz mit wunderschönen Salzkristallen. Unsere Kinder bedauern die Tochter der Frau sehr, die einfach nur neben ihrer Mutter sitzt und sich ja schrecklich langweilen muss. So schenken sie dem Mädchen einen Teil ihrer Buntstifte und den letzten Apfel.

Bild unbesetzter Verkaufsstand an der Salinas Grandes, aufgeschichtete Salzquader mit einer höheren Wand in Windrichtung, Sitzgelegenheit, Verkaufsauslage aus Holz nach vorn gebaut
Verkaufsstand an der Salinas Grandes

Auch eine Herde Vikunjas, die sich von den Touristen nicht stören lässt, beobachten wir noch kurz.

Weiter geht es zur argeninisch-chilenischen Grenze. An der Grenze ist viel los. Mehrere Busse warten auf die Abfertigung. Alle, die hier die Grenze passieren wollen, müssen ihr Gepäck wie am Flughafen durchleuchten lassen. Durch die Touristenbusse vor uns haben sich lange Schlangen an der Gepäckdurchleuchtung gebildet. Für jedes Familienmitglied müssen wir wieder ein Formular ausfüllen und unser Auto vom Zoll abfertigen lassen.

Bevor wir endlich nach Chile einreisen dürfen, müssen wir noch das komplette Auto ausräumen, alle Taschen, sogar die Kamerataschen werden durchsucht. Nachdem endlich alles zur Zufriedenheit durchsucht wurde und wir alles wieder verstaut haben, können wir die Reise fortsetzen. Die Grenze liegt auf reichlich 4.100 m Höhe. Das Taschenschleppen und Ein- und Ausladen war schon etwas anstrengender. Vielleicht waren wir auch nur etwas angespannt, weil die Zeit schon wieder rennt.

Inzwischen ist es so spät, dass uns die Strasse fast allein gehört, wenn man von vereinzelten leeren Autotransportern, die uns entgegenkommen, absieht. Die Strasse führt zu einem grossen Teil zwischen 4.300 m und 4.800 m nach San Pedro de Atacama. Wir vertragen die Höhe ganz gut. Bis zu einer Höhe von 4.200 m können wir uns noch normal bewegen. Ab 4.400 m Höhe werden wir kurzatmiger. Bei 4.800 m arten ein paar Schritte für ein gutes Foto in sportliche Leistung aus, zumindest keuche ich bei Rückkehr ins Auto so, als hätte ich einen Sprint hinter mir.

Bild Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama - nadelspitzes Gras wächst auf einer Hochebene, das Bild zeigt die einzelnen Grasbüschel vor einem hügeligen Hintergrund
Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama – nadelspitzes Gras wächst auf der Hochebene
Bild Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama - blaues Wasser mit weisser Salzkruste gerahmt von bräunlichen Hügeln, im Vordergrund einzelne gelbe Grasbüschel
Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama – blaues Wasser mit weisser Salzkruste
Bild Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama - Farbspiele zeigt rötlichen Sand, gelbe Pflanzen, blaues Wasser, weisse Salzkruste. Im Hintergrund erheben sich dünenartige Berge.
Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama – Farbspiele
Bild Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama - Lehmskulpturen, natürlich durch Verwitterung entstanden
Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama – Lehmskulpturen
Bild Entlang des Weges auf 4.700 m Höhe, bräunliche Ebene, im Hintergrund rötliche Felsen, blauer Himmel
Entlang des Weges auf 4.700 m Höhe
Bild Entlang des Weges nach San Pedro de Atacam - ein See, zeigt einen grünlicher See mit Wellen, gerahmt von einem kiesigen Strand und höheren Bergen im Hintergrund, dunkelblauer Himmel
Entlang des Weges – ein See
Bild Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama - unser Mietwagen, zeigt den alten Ford Ranger vor schöner Kulisse orangfarbener Hügel
Entlang des Weges – unser Mietwagen vor schöner Kulisse
Bild Entlang des Weges nach San Pedro de Atacama - zeigt majästetischer Kegelvulkan mit Puderzuckerschnee vor gelben Grasbüscheln, blauer Himmel mit Wolken
Entlang des Weges – majestätischer Vulkan

Auf den letzten 30 km vor San Pedro de Atacama führt die Strasse 2.000 Höhenmeter nach unten. Diese 30 km machen vor allem den Kindern Probleme, weil sie Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich haben. Gwendolyn ist noch dazu ein wenig erkältet. Obwohl wir schon deutlich langsamer fahren als es erlaubt ist und die Kinder Kaubewegungen machen und gähnen, schaffen die Ohren den Druckausgleich nicht.

Für die LKWs sind immer wieder Bremsspuren mit weichem Kies neben der Strasse angelegt, die scheinbar regelmässig benutzt werden. Dennoch fahren wir an einem umgekippten LKW vorbei, bevor wir San Pedro de Atacama erreichen.

Bild San Pedro de Atacama in der Ferne, die Strasse führt abwärts, Staub wird aufgewirbelt, alles ist dunstig und bräunlich
San Pedro de Atacama in der Ferne
Bild Blick zurück nach oben zum Kegelvulkan und weiteren Bergen mit Wolken
Blick zurück zum Vulkan

Die grösste Herausforderung des Tages steht uns in San Pedro de Atacama noch bevor, nämlich unser Hotel zu erreichen. Der ganze Ort besteht aus schmalen Einbahnstrassen aus Lehm. Die Grundstücke sind alle mit grossen Lehmmauern umgeben. Wir finden die Strasse, auf der sich unser Hotel befinden soll, zwar immer mal wieder, nur die Hausnummern sind viel zu hoch. So fragen wir immer wieder Leute, aber entweder sind es Touristen, die nichts wissen oder es sind Einheimische, die der Meinung sind, man könne nicht zum Hotel fahren.

Nirgendwo kann man anhalten, denn dann blockiert man den ganzen Verkehr. Endlich nach vielen Runden kreuz und quer durch den Ort, stehen wir vor einem Tor mit dem Namen des Hotels, aber alles ist verschlossen.

Kurz vor einem Nervenzusammenbruch parken wir vor dem Tor. Jörg geht eine Runde um das Gelände, während wir im Auto warten. Und siehe da, man kann vor das Hotel fahren, wenn man weiss wie. Man darf sogar anhalten und den ganzen Verkehr hinter sich blockieren. Allerdings sollte man sich beim Gepäckausladen beeilen. Um das Auto zu parken, muss man dann eine weitere kleine Stadtrundfahrt unternehmen, obwohl der Parkplatz eigentlich nur 100 m unterhalb des Hotels an der gleichen Strasse liegt.

Die Rezeption befindet sich in einer Art Torbogen, dahinter eröffnet sich eine andere Welt. Weisse Mauern, Flusssteine und dunkle Holzbalken sind farbbestimmend. Alles ist so angelegt, dass möglichst wenig Sonne den Boden erwärmt. Es gibt mehrere Innenhöfe mit kleinen Springbrunnen, sogar einen kleinen Pool gibt es zur Freude der Kinder.

Am Abend folgen wir der Empfehlung des Hotels zu einem Restaurant in der Nähe. Auch hier ist das ganze Grundstück von einer Mauer umgeben, während die Tische in einem nur teilweise Stroh gedeckten Innenhof gemütlich um ein grosses Feuer gruppiert sind. Wir entspannen bei sehr leckerem Essen und fallen anschliessend nur noch in Bett.

Die anderen Beiträge zur Reise in Argentinien findet ihr unter den folgenden Links:


Die Beiträge zu den Teilen unserer grossen Südamerika-Reise 2014 in andere Länder findet ihr unter:


Die Reisetipps zu Argentinien findet ihr unter:

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn Du ihn teilst.

Wir freuen uns über Kommentare, Anregungen und Diskussionen zu unseren Beiträgen

Wenn euch die Seite gefällt oder ihr Ergänzungen, Aktualisierungen oder sonstige Hinweise habt, helft uns, die Seite aktuell zu halten.