Lipton’s Seat – Reisetipps

Reisetipp Lipton's Seat - für diese Aussicht kam Sir Lipton gern mit Gästen auf den Berg
Lipton’s Seat – für diese Aussicht kam Sir Lipton gern mit Gästen auf den Berg

Sicher ist jedem von euch schon einmal der Name Lipton begegnet. Sei es nun in Verbindung mit Ice Tee oder im Supermarkt vor dem Teeregal mit den Teebeutel-Tees. Wer war Sir Lipton, dessen Sitz mit Aussicht man bei einer Wanderung zum oder vom Lipton’s Seat bewundern kann? Sollte man hochwandern oder besser durch die Teefelder herunterwandern? Wo startet man am besten zu dieser Wanderung? Auf alle diese Fragen geben wir euch in unseren Reisetipps zum Lipton’s Seat Antworten. Fangen wir bei den praktischen Fragen an:

Wo und wann startet man am besten zur Wanderung durch die Tee Felder?

Die Frage nach dem wann ist ganz einfach zu beantworten. So früh als möglich. Die Wärme des Tages lässt recht schnell Dunst aufsteigen und die spektakuläre Aussicht verschwindet. Ein Sonnenaufgang oben an Lipton’s Seat ist wunderschön.

Um dies aber zu schaffen, sollte man am besten in Haputale übernachten. Haputale liegt an der Bahnstrecke zwischen Nuwara Eliya und Ella. Wir sind von der Tee Plantage ausserhalb von Ella gestartet und hatten schon eine Stunde Anfahrt. So haben wir die Bilder vom Sonnenaufgang nur auf dem Mobiltelefon unseres Tuk-Tuk Fahrers gesehen. Von Haputale aus kann man sich einen Fahrer oder ein Tuk-Tuk bestellen, welches einen den langen Weg nach oben bringt. Am besten organisiert ihr das über die Unterkunft. Stellt nur sicher bei wem ihr den vereinbarten Fahrtpreis entrichten müsst.

Die Aussicht von Lipton's Seat. Schon früh am Tag wird es dunstig, deshalb unser Reisetipp zu Liptons's Seat - kommt zum Sonnenaufgang!
Die Aussicht von Lipton’s Seat. Schon früh am Tag wird es dunstig, deshalb unser Reisetipp zu Liptons’s Seat – kommt zum Sonnenaufgang!
Aussicht auf der anderen Seite von Lipton's Seat
Aussicht auf der anderen Seite von Lipton’s Seat

Die Strasse nach oben ist schmal, kurvig und häufig geht es an einer Seite steil nach unten. Mit viel Gegenverkehr ist dies keine Freude zu fahren. Unser Fahrer hatte schon schlechte Laune nur bei dem Gedanken an die Strecke und ist auch nur bis zur Dambatenne Tea Factory gefahren. Insofern sind Fahrer aus Haputale sicher die bessere Wahl, denn sie kennen die Strecke.

Soll man hoch- oder runterlaufen?

Von der Dambatenne Teefabrik sind es noch 7 km bis zur Aussicht. Man kann entweder der schmalen Strasse folgen oder durch die Teefelder gehen. Entlang der Strasse stehen viele Plakate mit mehr oder weniger philosophischen Gedanken zur Natur. In den Teefeldern eingebettet liegen Dörfer.

Sprüche entlang des Weges zwischen Lipton's Seat und Dambatenne Teefabrik regen den Wanderer zum Nachdenken an
Sprüche entlang des Weges zwischen Lipton’s Seat und Dambatenne Teefabrik regen den Wanderer zum Nachdenken an

Unter den zeitlichen Aspekten Sonnenaufgang und aufsteigender Dunst, empfehlen wir euch hochzufahren und runterzulaufen. Ideal wäre es vor Sonnenaufgang oben zu sein, den Sonnenaufgang zu geniessen und dann die 7 km zur Dambatenne Tee Fabrik zurück zu laufen. In unserem Reisebericht bekommt ihr einen guten Eindruck von der kurzen Wanderung und den schönen Aussichten. An der Dambatenne Teefabrik bieten zahlreiche Tuk-Tuk Fahrer ihre Dienste an. Dort fährt auch ein Bus, mit dem man zurück nach Haputale fahren könnte.

Ein Tuk-Tuk bringt weitere Touristen zur Aussicht von Lipton's Seat
Ein Tuk-Tuk bringt weitere Touristen zur Aussicht von Lipton’s Seat

Auf der Wanderung durch die Dambatenne Teeplantage sieht man die Teepflückerinnen bei der Arbeit. Die Lichtstimmung des frühen Morgens ist schön.

Teepflückerinnen bei der Arbeit
Teepflückerinnen bei der Arbeit

Unser Reisetipp zu Lipton’s Seat: Teatime mit Aussicht

Hat man oben die obligatorischen Fotos neben der Statue von Herrn Lipton geschossen und die Aussicht zu beiden Seiten des Felsens genossen, sollte man sich noch eine Tasse Tee im Restaurant gönnen. Fragt nach Jaggery zum Tee. Diesen aus Palmen gewonnen Zucker isst man zum Tee. Er schmeckt sehr fruchtig. Aber aufgepasst. Die Bedienung des Restaurants stellt unaufgefordert frittierte Bällchen auf den Tisch und legt Gedecke auf. Macht bestimmt klar, dass ihr nichts essen wollt und lasst diese Bällchen samt Besteck zurückgehen. Jeder Gast bekommt die irgendwann zu Tode frittierten Bällchen aufs Neue vorgesetzt.

Links erkennt man das Restaurant an Lipton's Seat und dahinter den Aussichtsturm - Reisetipps Lipton's Seat
Links erkennt man das Restaurant an Lipton’s Seat und dahinter den Aussichtsturm

Alternativ kann man hinter dem Restaurant auch zum Aussichtsturm laufen und ein mitgebrachtes Picknick mit Aussicht im Stehen geniessen. Uns war der Aussichtsturm nicht so geheuer. Eine Betonplattform, welche auf vier dünnen Betonbeinchen am Hang steht. Auf der Plattform befanden sich bestimmt schon 12 Leute. Da haben wir freiwillig verzichtet, auch noch hochzusteigen. Zumal die Aussicht die gleiche wie von der Terrasse des Restaurants ist.

Dambatenne Tea Factory

Wer in Sri Lanka unterwegs ist, sollte sicher eine Tee Fabrik besuchen. Habt ihr noch keine Tee Fabrik besucht, bietet sich ein Besuch in der Dambatenne Teefabrik auf dem Rückweg an. Noch heute liefert die Dambatenne Teefabrik einen nicht unerheblichen Teil ihrer Produktion an Lipton Tea.

Reisetipp Lipton's Seat: Dambatenne Tea Factory
Dambatenne Tea Factory

Auch sonst sollte man einen kurzen Stopp bei der Teefabrik einlegen. Links neben dem Hauptgebäude gibt es saubere Toiletten, die man für 20 Rupien benutzen darf.

Da wir auf einer Teeplantage für zwei Tage übernachteten, haben wir dort bereits alles über die Herstellung des Tees bei einer Degustation erfahren. Deshalb können wir nichts darüber aussagen, wie interessant die Führung in der Dambatenne Tea Factory ist.

Wer war eigentlich Sir Lipton, dessen Aussichtspunkt wir hier bestaunen?

Nach all den Reisetipps zu Lipton’s Seat sollte man natürlich auch etwas über den Mann wissen, dem die Teeplantage einst gehörte.

Die Geschichte von Thomas Lipton ist die eines Selfmademans. Auch wenn Thomas Lipton im Adelsstand eines Sirs 1931 gestorben ist, hat er doch 1850 in einem Mietshaus in Glasgow als Sohn irischer Einwanderer das Licht der Welt erblickt.

Bereits im Alter von 14 Jahren heuerte er als Kajütenjunge auf einem Schiff an, welches zwischen Glasgow und Belfast verkehrte. Im Alter von 16 Jahren kaufte er sich vom gesparten Geld eine Passage nach Amerika. Dort reiste er 5 Jahre durchs Land und nahm verschiedene Jobs an. Unter anderem arbeitete er auch als Assistent im Lebensmittelhandel in New York.

Ein Jahr nach seiner Rückkehr nach Schottland eröffnete er sein erstes eigenes Lebensmittelgeschäft. Die Eröffnung feierte er mit dem Import des weltgrössten Käses. Lipton war ein Marketing Genie von der ersten Stunde an. In der Folge kamen immer weitere Geschäfte dazu.

Tee für alle oder die Demokratisierung des Tees durch Thomas Lipton

Zu Lipton’s Zeiten war Tee ein Getränk der Schönen und Reichen. Er hatte jedoch die Idee, Tee zu einem Getränk für Jedermann zu machen. Um dies zu erreichen mussten die Kosten reduziert werden. Seine Erfolgsformel spiegelt sich im Verkaufsslogan wider, der übersetzt ungefähr «direkt von der Teeplantage in die Teetasse» lautet. Statt seinen Tee in China zu kaufen und lange Transportwege in Kauf zu nehmen, begann er Teeplantagen günstig in Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, zu erwerben. Er sorgte selber für Produktion, Transport und Vertrieb und schaltete so die Zwischenhändler aus. Zusätzlich steigerte er die Produktivität durch die Einführung neuer Produktionsmethoden (z.B. Entwicklung eines Seilzugs).

Ebenfalls beim Vertrieb ging er neue Wege. So gründete er eine Verpackungsfirma und begann Tee in verschiedenen Gewichtsklassen abzupacken. Er verkaufte Tee nicht nur in seinen 300 Läden, sondern auch an andere Händler. Er war auch der erste, der Teebeutel mit Tee gefüllt und aufgedruckter Brühanleitung verkaufte.

Das Teegeschäft machte ihn reich. Er forderte fünf Mal die Inhaber des America’s Cup heraus und verlor die Segelregatta jedes Mal. Dafür wurde seine Teemarke durch dieses Event in ganz Amerika bekannt. Auch in anderen Sportarten war er engagiert.

1898 wurde Thomas Lipton von Queen Victoria zu Sir Thomas Lipton geadelt. 11 Jahre vor seinem Tod verkaufte er seine Firmenanteile. Heute gehört die Teemarke Lipton zum Unilever Konzern.

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