Morgens im Horton Plains Nationalpark

Anreise zum Horton Plains Nationalpark

Wie meine Grossmutter zu sagen pflegte: «Morgenstund hat Gold im Mund», bewahrheitet sich bei dieser Wanderung einmal mehr. Zuerst müssen wir aber mal 5.30 Uhr in einen ziemlich heruntergekommenen Toyota ohne Sicherheitsgurte einsteigen. Zu allem Überfluss hat das Auto glatte Ledersitze und keinerlei Haltegriffe. Unsere Begeisterung ob des Autos hält sich in Grenzen. Immerhin fahren wir jetzt mit diesem Fahrzeug von unserem Tea Plant Hotel in Nuwara Eliya über eine Stunde auf schmalen Strassen auf 2.150 m hoch zum Horton Plains Nationalpark.

So versuchen wir, uns zu entspannen und die Augen zu schliessen, so lange es noch Dunkel ist. Für den Sonnenaufgang halten wir kurz an, bevor es immer weiter nach oben geht.

Die Sonne geht auf, während wir auf dem Weg zum Horton Plains Nationalpark sind
Die Sonne geht auf
Auf dem Weg zum Horton Plains Nationalpark - Nur die Berge schauen aus dem Wolkenmeer.
Sonnenaufgang – Nur die Berge schauen aus dem Wolkenmeer.

Die Frage, warum wir nicht mit unserem Fahrer fahren, beantwortet der Guide erst einmal damit, dass der Toyota Bus zu gross wäre. Diese Aussage kann er dann so nicht mehr aufrechthalten, als wir oben vor dem Ticketschalter warten, wo mindestens 50 solcher Toyota Busse, wie der unseres Fahrers stehen. So kommt heraus, dass es wohl eher an der Versicherung des Fahrzeugs liegt.

Je länger der Urlaub dauert, umso mehr nervt uns dieses Verhalten des Guides. Jedes Mal erzählt er etwas anderes und nie die ganze Wahrheit, es sei denn, es lässt sich nicht vermeiden.

Ärger im Paradies

Wenn man früh morgens zum Horton Plains Nationalpark fährt, muss man sich am Ticketschalter in Geduld fassen. Jörg ist schon ganz hippelig als der Guide erst 15 Minuten später zurückkommt, weil er, immer mit der Uhr in der Hand, die verbleibende Zeit bis zur Mittagsabfahrt unseres Zuges berechnet. So werfen wir hinter dem Eingang in den Horton Plains Nationalpark nur einen kurzen Blick auf die Herde Hirsche, die im ersten Licht des Tages grast. Einmal darf ich dann doch aussteigen, um das Bergpanorama zu fotografieren.

Ausblick auf die Bergwelt im ersten Licht des Tages vom Horton Plains Nationalpark
Ausblick auf die Bergwelt im ersten Licht des Tages
Letzte Nebelfetzen, die schnell von der Sonne aufgelöst werden - Horton Plains Nationalpark
Letzte Nebelfetzen, die schnell von der Sonne aufgelöst werden
Sonnenbeleuchtete Gräser und Nebel in der Senke
Sonnenbeleuchtete Gräser und Nebel in der Senke

Mit seiner Anspannung vermiest er allen die Stimmung. Ich trau mich schon gar nicht mehr, auf die Angebote des Fahrers fürs Fotografieren anzuhalten einzugehen. Wenigstens am Parkplatz kann ich noch ein wenig die wunderschöne Nebellandschaft fotografieren. Alles in allem brauchen wir 1,5 Stunden von Nuwara Eliya bis zum Parkplatz, ab dem die Wanderung beginnt.

Zauberwelt im Nebel verborgen - Horton Plains Nationalpark
Zauberwelt im Nebel verborgen
Gegenlicht
Gegenlicht
Zauberhafte Landschaft im Spiel von Sonne und Nebel
Zauberhafte Landschaft im Spiel von Sonne und Nebel

Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Also laufen wir den Weg zwischen Parkplatz und der letzten Eingangskontrolle in den Horton Plains Nationalpark mehrfach auf der Suche nach den Toiletten. Unsere Auskunft lautet, nach oben zu gehen. Als wir die oberen Toiletten dann fast erreicht haben, scheucht uns der Guide jedoch wieder nach unten zum Parkplatz, weil er nicht wusste, dass es oben neben dem Ausstellungsraum auch WCs gibt. Immerhin steht am Picknickplatz ein Hirsch, der sich durch nichts beim Fressen aus der Ruhe bringen lässt.

Dieser Hirsch lässt sich von den Besuchern nicht beim Essen stören - Horton Plains Nationalpark
Dieser Hirsch lässt sich von den Besuchern nicht beim Essen stören

Wanderung zu Little World’s End

Bis wir den Eingang zur Wanderung, wo noch einmal die Tickets und die Rucksäcke kontrolliert werden, erreicht haben, sind alle angespannt. Deshalb müssen wir auch erst einmal unsere Säfte aus dem Picknick austrinken, da wir diese nicht mit in den Park nehmen dürfen. Warum auch immer, erschliesst sich uns nicht. Die Wasserflaschen sind kein Problem.

Nun kann die Wanderung endlich beginnen. Jörg entspannt sich auch etwas. Jetzt machen aber die Kinder Druck und wollen nicht, dass wir so viel fotografieren, weil wir ja einen Zug erreichen müssen. Familie könnte so schön sein! Da ich doch fotografiere und mich der Schönheit der Landschaft, die so gar nicht zur Stimmung meiner Familie passt, nicht entziehen kann, muss ich dann immer wieder rennen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Schwarzes Wasser fliesst in diesem Bach.
Schwarzes Wasser fliesst in diesem Bach
Gräser und Rhododendren im Morgendunst (Horton Plains Nationalpark)
Gräser und Rhododendren im Morgendunst
Glitzernde Tautropfen in den Gräsern
Glitzernde Tautropfen in den Gräsern
Licht, Schatten und Nebel schaffen eine mystische Stimmung im Horton Plains Nationalpark
Licht, Schatten und Nebel schaffen eine mystische Stimmung im Horton Plains Nationalpark

Nachdem wir uns entschieden haben, zuerst zu Little World’s End zu laufen, reicht es mir. Mit einem ungeahnten Energieschub hänge ich sie alle ab und geniesse die Ruhe.

Die Stille wird nur durch den Streit der hier lebenden Purple faced leaf monkeys (Semnopithecus vetulus) und ab und zu ein paar Vögel unterbrochen.

Lichtstimmung am frühen Morgen im Horton Plains Nationalpark
Lichtstimmung am frühen Morgen
Letzte Wolkenfetzen hängen noch in den Senken - Horton Plains Nationalpark
Letzte Wolkenfetzen hängen noch in den Senken

Der Weg zum Little World’s End wurde im Regen der vergangenen Wochen zu einem Flussbett und wird je näher wir dem Ziel kommen, umso schwieriger und rutschiger zu laufen. Immer wieder muss man hoch und runter klettern. Obwohl wir früh am Little World’s End Aussichtspunkt sind, ist die Sicht schon nicht mehr ganz klar, aber dennoch spektakulär.

Die dunstige Aussicht von Little World's End
Die dunstige Aussicht von Little World’s End

World’s End – Baker Falls im Horton Plains Nationalpark

Little World’s End und World’s End im Horton Plains Nationalpark unterscheiden sich vor allem durch die Höhe der abfallenden Klippen. Sind es bei Little World’s End nur 270 m, erstreckt sich das Tiefland bei World’s End 870 m tiefer. Ohne Dunst könnte man bis zur Küste Sri Lankas sehen.

Der Weg von Little World’s End zu World’s End führt zuerst entlang eines schönen Hochtals und windet sich dann im Schatten von Bäumen nach oben. Teilweise ist der Weg wieder ordentlich ausgewaschen und verlangt einiges an Kletterei auf rutschiger Unterlage.

Vom Little World's End zu World's End führt der Weg entlang dieses Hochtals - Horton Plains Nationalpark
Vom Little World’s End zu World’s End führt der Weg entlang dieses Hochtals
Fortsetzung des Hochtals auf dem Weg zu World's End
Fortsetzung des Hochtals auf dem Weg zu World’s End

Als wir oben ankommen, ist es noch dunstiger, so dass wir keine wirkliche Sicht mehr haben.

Worls's End - Im Dunst kann man die Landschaft nur noch ahnen
Worls’s End – Im Dunst kann man die Landschaft nur noch ahnen

Von World’s End geht es dann erst einmal sanft bergab. Dann windet sich der Weg durch liebliche Landschaft bevor es hoch und runter geht. Der schwierigste Teil des Weges ist in einem bewaldeten Hügel, dessen aufgeweichter lehmiger Boden einfach nur rutschig ist. Hier treffen wir dann auch erstmals auf jede Menge Gegenverkehr. Die Leute, die diesen Teil des Weges absteigen müssen, haben es noch schwerer, auf den Beinen zu bleiben. Vom vielen Hoch und Runter haben wir inzwischen schon weiche Knie. Dennoch quälen wir uns die Treppe zu den Wasserfällen hinunter und später wieder rauf.

Hügelige Landschaft auf dem Weg von World's End zu den Baker's Falls - Horton Plains Nationalpark
Hügelige Landschaft auf dem Weg von World’s End zu den Baker’s Falls
Blick in Richtung Baker's Falls - Horton Plains Nationalpark
Blick in Richtung Baker’s Falls
Erst felsiger, später im Wald sehr matschiger Weg zu den Baker's Falls
Erst felsiger, später im Wald sehr matschiger Weg zu den Baker’s Falls
Ein Blick durch die Vegetation auf die Baker's Falls
Ein Blick durch die Vegetation auf die Baker’s Falls
Baker's Falls von Angesicht zu Angesicht (Horton Plains Nationalpark)
Baker’s Falls von Angesicht zu Angesicht

Baker’s Falls – Parkplatz – Hotel

Der Weg von den Baker’s Falls zurück zum Parkplatz ist die meiste Zeit eigentlich recht einfach zu laufen, wenn man von ein paar Stellen absieht, wo man nicht so recht weiss, wie man am besten durch den Matsch kommt. Allerdings zieht sich der Weg erstaunlich in die Länge. Vielleicht liegt es daran, dass wir immer erwarten, wieder an der Weggabelung vom Morgen anzukommen, an der wir uns für Little World’s End entschieden hatten. Inzwischen scheint die Sonne unbarmherzig vom Himmel und es ist ordentlich feucht warm.

Unterwegs von den Baker's Falls zum Parkplatz - Blick zurück (Horton Plains Nationalpark)
Unterwegs von den Baker’s Falls zum Parkplatz – Blick zurück

Für den 3 stündigen Wanderweg haben wir im Endeffekt 2,5 Stunden gebraucht. Total erschlagen und verschwitzt erreichen wir das Auto wieder. Während der Rückfahrt untersuchen wir die Picknick Pakete, die wir bis auf die Getränke im Auto gelassen hatten. Die Bananen sind noch das Beste.

Auf dem Rückweg begegnet uns auf der schmalen Strasse sogar ein grosser Bus. Da haben wir selbst mit dem kleinen Auto etwas Mühe aneinander vorbei zu kommen.

Alles in allem sind wir glücklich 11 Uhr wieder im Hotel, können uns noch duschen und umziehen, bevor es mit unserem Fahrer zum Bahnhof geht. Das wir uns so beeilen mussten, war wirklich schade. Im Horton Plains Nationalpark selbst gibt es auch Bungalows, die über das Department of Wildlife Conservation (Seite lädt langsam) gebucht werden können. In der Nähe des Horton Plains Nationalpark gibt es zwei weitere Unterkünfte: die Lodge Hill Safari und das einfache Forest Cynicam Homestay.

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