Foto Drohne – neue Perspektive und mehr als 3D

Vor kurzem haben wir unser Fotospektrum um eine neue Perspektive erweitert. In diesem Beitrag erzähle ich euch, warum ich mich für eine Foto Drohne entschieden haben. Ferner berichte ich für alle, die auch mit dem Gedanken an eine Foto Drohne schwanger gehen, welche Gründe für die Wahl der DJI Mavic Mini ausschlaggebend waren. Die Drohne ist vor allem ein Spielzeug für grosse Jungs. Auch erkläre ich, warum ich von mehr als 3D spreche. Und natürlich teile ich auch meine ersten Erfahrungen mit der DJI Mavic Mini und der neuen Perspektive.

Drohne im Landeanflug am Lej Nair
Drohne im Landeanflug am Lej Nair

Das Thema Foto Drohne ist zu umfangreich, um alles in einem Beitrag zu erschlagen. Inzwischen ist ein Vergleich der Drohnen der DJI Mavic Reihe und ein Beitrag zu den rechtlichen Aspekten zum Betrieb einer Foto Drohne erschienen. Natürlich würde ich mich freuen, wenn sich eine rege Diskussion über die Kommentarfunktion zum Thema ergibt.

Warum eine Foto Drohne

Seit ich die Mavic Mini mein eigen nenne, werde ich mit Flugverbotszonen für Drohnen konfrontiert. Mir war aus beruflichen Gründen bewusst, dass es sie gibt, aber damit konfrontiert zu werden, ist noch einmal etwas anderes. Ich weiss, dass gerade international daran gearbeitet wird, das Thema Drohnenverkehrssteuerung international auf harmonisierte rechtliche Beine zu stellen. Dabei geht es nicht nur um Luftaufnahmen, sondern auch um Luftauslieferung.

Warum habe ich mich trotzdem (so spät) für eine Drohne entschieden? Zum einen ist die Foto Drohne für mich eine Möglichkeit, Susan‘s wunderschöne Fotos zu ihren Berichten um eine neue Perspektive zu erweitern. Dazu eröffnet sie neben der Fotografie von oben auch die Möglichkeit der bewegten Bilder für andersartige Landschaftseindrücke. Auch werden Orte zugänglich, die man als Wanderer sonst nicht betritt oder betreten kann. Nicht zuletzt ist die Drohne ehrlich gesagt ein tolles Spielzeug für grosse Jungs. Mit einem Augenzwinkern könnte ich sagen: Spielerisch verbessere ich meine Koordinationsfähigkeiten im Alter.

Bach im Val Rosegg gesehen von der darüber schwebenden Drohne
Bach im Val Rosegg gesehen von der darüber schwebenden Drohne
Gletschermühle in Cavaglia im Puschlav-Tal, auch Pothole genannt, aufgenommen von der darin schwebenden Drohne
Gletschermühle in Cavaglia im Puschlav-Tal, auch Pothole genannt, aufgenommen von der darin schwebenden Drohne

Gleichzeitig ist der Anschaffungspreis und das Verlustrisiko bei einem Quadkopter wie der Mavic Mini noch akzeptabel. Wenn ich nämlich einfach die Finger von den Joysticks nehme, bleibt dieser in der Luft stehen, wo er gerade ist. Dadurch gewinne ich Zeit zum Überlegen.

Wieso die DJI Mavic Mini?

Als erstes habe ich mich gefragt: Was will ich mit der Drohne machen? Die Antwort ist ganz einfach: Ich möchte Fotos und Videos auf Reisen machen. Die Tatsache, dass ich die Drohne auf Reisen nutzen will, bedeutet dass die Drohne leicht sein muss, damit sie ins Handgepäck passt.

Ein weiterer Punkt bei den Überlegungen war, dass ich keinerlei Erfahrungen mit dem Fliegen von Drohnen habe. Auch weiss ich vorher nicht sicher, ob es mir dauerhaft Spass macht. Gleichzeitig möchte ich aber die Option haben, gegebenenfalls auf ein Profigerät umzusteigen, falls das Drohnenfliegen mein Ding wird.

Beim Lesen von Testberichten wird mir dann schnell klar, dass auch ein stabiles Flug- und Filmverhalten wesentlich zum Spass beiträgt. Nach ausgiebigem Studium von Testberichten und Vergleichen bin ich schnell und sehr deutlich zu einer Entscheidung gekommen. Mit meinem Anforderungskatalog ist die DJI Mavic Mini der Sieger.

Mavic Mini entfaltet mit Massstab
Mavic Mini entfaltet mit Massstab

Die DJI Drohnen gelten durchweg als Spitze was Flugstabilität, Ruhe, Stabilität der Kameraaufhängung sowie lange Flugdauer angeht. Die Mavic Produktreihe erlaubt den Einstieg zu erschwinglichem Preis mit der Mavic Mini. Dann bietet sie mit der Mavic Air 2 und der Mavic 2 Pro oder der Mavic 2 Zoom tolle Entwicklungsmöglichkeiten. Diese betreffen sowohl die Kamera-Funktionen als auch die Drohnenfähigkeiten und die Ausstattung.

Die DJI Mavic’s haben schon ab der Mavic Mini einen aktiven Gimbal mit 3-Achsen-Aufhängung. Der Gimbal ist die in 3 Achsen bewegliche Kameraaufhängung bei der Mavic. Weiterhin liegt die Flugdauer mit einer Akkuladung für alle DJI Mavic’s bei gut 30 Minuten.

Eine Übersicht über die wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen DIJ Mavic Modellen findet ihr im nächsten Beitrag. Im Beitrag «Freiheit unter den Wolken» gehe ich auf rechtliche Aspekte der Drohnenfliegerei in Deutschland, der Schweiz und Österreich ein.

Welche Ausstattung?

Neben der «Drohne pur» mit Steuerung gibt es standardmässig auch ein Fly More Paket mit Zubehör. Ich habe gleich die Fly More Pakete verlinkt, weil ich sie als sehr sinnvoll erachte. Je nach Drohnentyp enthalten diese Pakete neben der Drohne mit Steuerung mehrere Akkus, Schnellladegerät, diverse Kabel und Ersatzpropeller. Ausserdem gehört eine Aufbewahrungstasche dazu, in die alle Teile des Kits hineinpassen. Das einzige, was ihr separat kaufen müsst, sind die microSD Speicherkarten. Vom Hersteller werden für die Mavic Mini die SanDisk Extreme empfohlen.

Die Komponenten des Mavic Mini Fly More Pakets mit Massstab
Die Komponenten des Mavic Mini Fly More Pakets mit Massstab
Mavic Mini Fly More Paket im handlichen und praktischen Case
Mavic Mini Fly More Paket im handlichen und praktischen Case

Mehr als 3D

Bevor ich über die ersten Erfahrungen im learning by doing berichte, will ich noch erklären, wie ich auf mehr als drei Dimensionen komme.

Dies hat mit den Steuerungsmöglichkeiten eines Quadcopter zu tun. Steigen und sinken, vorwärts und rückwärts sowie seitwärts nach links und rechts fliegen deckt die bekannten 3 Raumdimensionen ab. «Seitwärts» heisst hier wirklich, dass der Quadkopter zur Seite fliegt, ohne seine Nase zu drehen. Die Kamera schaut also weiterhin in die gleiche Richtung. Damit die Kamera in eine andere Richtung schaut, muss mein Quadcopter also eine neue Richtung als «vorwärts» erkennen. Dazu muss ich ihn um seine senkrechte Achse im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen. Daraus ergibt sich eine weitere Bewegungsdimension. Nur wenn ich die Vorwärtsbewegung gleichzeitig mit einer Drehung um die senkrechte Achse kombiniere, ergibt sich ein richtiger Kurvenflug.

Über die 2 Joysticks kann ich alle 4 Bewegungen unabhängig steuern. Richtig schöne, fliessende «Moves» für Videos ergeben sich erst aus dem gleichzeitigen Einsatz von zwei oder mehreren dieser Bewegungsoptionen. Damit bin ich dann bei mehr als drei Dimensionen der Bewegung.

Nehme ich dann noch die Steuerungsoptionen für die Kameraaufhängung, dazu, dann wird es richtig spannend. Die in drei Achsen bewegliche Kameraaufhängung ermöglicht einen Kameraschwenk zwischen +20o und -90o in der Senkrechten. Die Koordination all dessen braucht dann viel Übung.

Das Einrichten der Drohne

Bevor es mit der Fliegerei losgehen kann, müsst ihr die Steuerungsapp herunterladen und die Drohne einmalig initialisieren. Wenn ihr dem sehr klar strukturierten und gut geschriebenen Handbuch von DJI folgt, ist es ein Kinderspiel. Achtet auch auf das Wetter. Es sollte trocken sein, denn aufgrund der Gewichtsersparnis liegt bei der DJI Mavic Mini die Elektronik quasi frei. Weiterhin wird das Fliegen nur bei Windgeschwindigkeiten unter 10 m/s, also 36 km/h, empfohlen.

Sind Steuerung und Drohne in der richtigen Reihenfolge aktiviert und spielt das Wetter mit, braucht ihr nur noch einen Moment Geduld bevor es losgehen kann. Aber was sind schon zwei Minuten?

Ich erlebte eine böse Überraschung als ich die Mavic Mini in unserem Garten das erste Mal starten lassen wollte. Ich konnte weder den Motor starten, noch auf die Starthöhe von 1,20 m fliegen. Der Grund dafür ist, dass wir zu nah an einem Flughafen wohnen. Das sogenannte «Geofencing» schlug zu, aber nur weil die Software auch in der schwereren Mavic Air 2 verwendet wird, für die andere Regeln gelten.

Jetzt nur so viel dazu: Beim Geofencing bestimmt die Steuerungs-Software mit dem GPS des Mobiltelefons euren Standort und gleicht ihn mit der Karte der Flugverbotszonen für Drohnen ab.

Für meine ersten Flugübungen musste ich mir einen Weg inmitten von Feldern ausserhalb des Bannkreises suchen.

Das erste Mal fliegen und filmen

Als Drohnenneuling taste ich mich langsam an die Herausforderung heran. Im langsamsten C-Modus kann ich in Ruhe die vier Bewegungsrichtungen unabhängig voneinander ausprobieren. Gleichzeitig bekomme ich ein Gefühl für die Steuerelemente. Dank intuitiver Bedienung geht dies schnell.

Vor dem Start überlege ich mir die Belegungsoptionen für die zwei Joysticks. Den rechten Joystick habe ich für vorwärts und rückwärts sowie rechts und links eingerichtet. Den linken Joystick belege ich mit Steigen und Sinken sowie der Links- und Rechtsdrehung um die senkrechte Achse.

Diese Belegung bewährt sich für mich. Bereits nach 10 Minuten darf es etwas schneller sein. Also wechsle ich in den Speed-Modus „P“, mit höherer Flug- und auch Steiggeschwindigkeit. Ich war über freiem Feld und nur in zwei Richtungen gab es ein Hindernis in Form von Wald. Somit hatte ich kein Problem.

Je sicherer ich mich fühlte, desto weiter flog ich die Drohne auch. Allerdings ist es schwierig, eine Regel des Schweizer Bundesamtes für Zivilluftfahrt einzuhalten. Diese besagt, dass man die Drohne jederzeit in Sicht haben muss. Die kleine, hellgraue Drohne verschmilzt nämlich recht schnell mit dem Hintergrund. Unter optimalen Kontrastbedingungen habe ich es bisher bis zu einer Distanz von 270 Meter geschafft. Dies ist lächerlich im Vergleich zur technischen Reichweite der Funksteuerung von 4 km.

Mavic Mini am Himmel über mir
Mavic Mini am Himmel über mir

Die Kamera der Mavic Mini hat eine feste Blendenöffnung von f/2.8 und fokussiert automatisch zwischen 1m und unendlich. Damit ist es schwierig, in grösserer Entfernung näher an ein Objekt heran zu manövrieren. Gegenstände erscheinen nämlich auf dem Bildschirm viel weiter weg, als sie es in Wirklichkeit sind. Um nur mit der Kamerasicht in der Nähe eines Objektes zu manövrieren, braucht es daher viel Erfahrung.

Ab einer gewissen Entfernung wird es auch schwierig, die Position der Drohne in der Tiefe des Raumes zu bestimmen. Bekanntlich ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen und das Üben macht Spass.

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