Felsenfestung in Sigiriya

Der lange Weg nach Sigiriya

Nach einem guten Frühstück verlassen wir guten Mutes unser Hotel in Kalpitiya und machen uns bereits 8.00 Uhr auf den Weg, um vermeintlich die Höhlentempel in Dambulla zu besichtigen. Wegen der Lichtverhältnisse war mit der Agentur abgesprochen, dass wir die Felsenfestung Sigiriya am Morgen besuchen. Allerdings hält der Tag wieder einige Überraschungen für uns bereit. Als erstes geht es von Kalpitiya nicht wie besprochen nach Anuradhapura, sondern Fahrer und Guide wollen lieber über Kurunegala fahren. Damit fahren wir einen Teil der Strecke, die wir am Vortag nach Kalpitiya gefahren sind, erst einmal wieder zurück. Angeblich wären die Fahrer angehalten, möglichst wenig Kilometer zurückzulegen. Deshalb wird auch unser Wunsch abgelehnt, zu erst nach Dambulla zu fahren.

Wir lernen, dass Fahrer und Agentur unterschiedliche Eigeninteressen haben, die nichts mit den Wünschen ihrer Gäste zu tun haben. Lieber versuchen die beiden uns unterwegs teure Touristentouren, wie die Village Tour, schmackhaft zu machen. Oder sie sind von der Agentur angehalten an ausgewählten Orten, wo Provisionen vereinbart sind, anzuhalten. Vielleicht hat der Gast ja Lust, teuer zu speisen oder Waren zu kaufen.

Verkehrschaos - Jeder fährt, wo er Platz findet.
Bevor wir die Felsenfestung Sigiriya erreichen stehen wir auch noch im Rückstau einer grossen Kreuzung.

Village Touren bei Sigiriya

Die Fahrt zur Felsenfestung Sigiriya zieht sich, auch wenn die Landschaft mit grossen und kleineren Städten und malerischen Reisfeldern sehr abwechslungsreich ist.

Zwei Hunde nutzen die kleinen Dämme zwischen den Reisfeldern für eine Begegnung.
Begegnung im Reisfeld

Unterwegs halten wir für einen Boxenstopp in einem kleinen schattigen tropischen Paradies. Das Essen des Restaurants wird uns sehr empfohlen. Natürlich gibt es ein Schaulaufen vor den Kellnern, obwohl wir nichts essen wollen. Als nächstes halten wir noch einmal kurz bei einem Unternehmen, welches Kokosnüsse schält.

Die Arbeiter spiessen die Kokosnüsse auf einen scharfen Dorn, um die faserige Aussenhaut zu entfernen. Jede Kokosnuss wird 3 Mal über den Dorn gezogen, bevor sie fertig geschält ist. Anschliessend werden die Fasern eingeweicht. Nach ca. 2 Wochen Einweichzeit können Seile und Stricke daraus hergestellt werden.

Mann beim Schälen der Kokosnüsse
Das Schälen der Kokosnüsse ist harte Arbeit

Bevor wir endgültig die Felsenfestung Sigiriya erreichen, versuchen uns Fahrer und Guide noch eine Village Tour schmackhaft zu machen. Diese Tour gibt es so nur in der Umgebung von Sigiriya.

Die Touristen werden dazu in traditionelle Ochsenkarren verladen und zu einem traditionellen Dorf gefahren, wo sie zusehen können, wie früher gekocht wurde. Es wird auch gezeigt, wie der geerntete Reis weiterverarbeitet wird. Bevor die Tour endet gibt es noch eine Bootsfahrt.

Wer sich ein Bild von den Village Touren machen möchte, findet hier von einem der Anbieter Bilder und weitere Informationen. Die Touren ähneln sich alle. Es ist übrigens nicht notwendig, im Voraus zu buchen. Man kann einfach bei einem der Anbieter an der Strasse anhalten, den Preis bezahlen und los geht es. Uns hat der Guide einen Preis von 11 USD pro Person genannt. Wir lehnen dankend ab.

Besuch der Felsenfestung Sigiriya

Die Tickets für den Besuch der Felsenfestung von Sigiriya werden vom Guide am Schalter gekauft. Für Einheimische und Touristen sind die Preise unterschiedlich. Leider braucht der Guide alle Tickets am Ende der Tour zurück, um gegenüber der Agentur abrechnen zu können. So recht scheint man einander nicht zu vertrauen.

Bevor man die Brücke über den langen Wasserkanal überqueren darf, werden die Rucksäcke durchsucht. - Felsenfestung Sigirya
Bevor man die Brücke über den langen Wasserkanal überqueren darf, werden die Rucksäcke durchsucht. – Felsenfestung Sigiriya

Bevor man auf das eigentlich Gelände kommt, werden noch die Taschen durchsucht und die kleinen Plastikmützen, mit denen die meisten Wasserflaschen hier zusätzlich gesichert sind, abgeschnitten. Dann beginnt das Abenteuer.

Treppen führen zu vielen Fundamenten auf Grasflächen. Bäume rahmen die Szenerie. - Felsenfestung Sigiriya
Fundamente von Pavillons

Am Fusse des Felsens befinden sich zahlreiche Ruinen von Pavillons und ehemaligen symmetrischen Wassergärten. Da immer dunklere Wolken aufziehen, verweilen wir leider nicht lange. Dennoch folgen wir einem Wegweiser nach links zu einem See und sind fasziniert von den Waranen. Auch ein Frosch und eine Wasserschlange sind erstaunt, dass jemand dem Wegweiser folgt, denn die meisten laufen stur geradeaus mit dem eigentlichen Ziel vor Augen.

Ein grosser Felsen von Bäumen gerahmt, steht am Rand des achteckigen Teichs. Das Wasser des Teichs ist schlammig und am Rand mit hellgrüner Entengrütze dekoriert.
Der Oktagonal Teich bietet Lebensraum für viele Tiere.
Ein Wasserwaran sonnt sich gut getarnt auf einem kleinen Felsen am Teich. Sein Kopf ist mit Entengrütze dekoriert.
Der Wasserwaran sonnt sich auf dem Felsen
Eine Wasserschlange schwimmt eilig im Wasser davon.
Gut, dass wir der Schlange nicht an Land begegnet sind.

Nach dem Abstecher zum Oktagonal Teich reihen wir uns ein, in den Weg nach oben. Da die Treppenstufen für unsere Füsse recht kurz und durch den Regen der letzten Zeit nass und sandig sind, beschliesst Jörg recht früh, dass dies nicht sein Weg ist und geht gemütlich zurück zum Parkplatz.

Treppen führen unter einem natürlichen Felsentor zweier grosser aneinander lehnender Felsen zur Felsenfestung Sigiriya.
Es brauchte ein wenig Geduld, um dieses Felsentor ohne Menschen zu erwischen.

2.000 Stufen zur Felsenfestung Sirgiriya

Wolkenmädchen, Mirror Wall und Löwenterrasse

Zu den sogenannten Wolkenmädchen von Sigiriya – Fresken in den Decken eines Überhangs – führt eine schmale Wendeltreppe nach oben. Hier steht man Schlange und hat für jeden Schritt ganz viel Zeit. Unser Guide erzählt uns, dass er diese Schrittgeschwindigkeit schon für die Ersteigung des gesamten Felsens erlebt hätte und wir froh sein sollten, dass nicht so viel los ist.

Felsenfestung Sigiriya - Orientierungsbild
Felsenfestung Sigiriya

Tipp: Wer nicht schwindelfrei ist, wird bei den Wendeltreppen ernste Probleme haben. In diesem Fall solltest du dir überlegen, ohne den Umweg zu den Wolkenmädchen direkt zum Spiegelgang zu gehen.

Hinweis: Ab Beginn der Wendeltreppe darf nicht mehr fotografiert werden. So musst du leider im Internet nach Bildern der Wolkenmädchen suchen. Die Wolkenmädchen stammen aus dem 5. Jahrhundert. Ob sie himmlische Nymphen oder Hofdamen darstellen, darüber streiten sich die Gelehrten.

Vom Felsüberhang führt eine weitere Wendeltreppe wieder abwärts bis zum Spiegelgang. Entlang des Spiegelgangs waren früher ebenfalls Felsmalereien. Da sie aber bis auf wenige Stunden am Tag im Schatten lagen, kam der Herrscher auf die Idee den Fresken mit einer Spiegelwand zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Der Spiegelgang ist ein schmaler Gang unterhalb eines Felsüberhangs. Der Weg wird durch eine Mauer, in der man sich früher spiegeln konnte begrenzt. Felsenfestung Sigiriya
Weite Teile des schmalen Aufstiegs auf den Felsen sind im Gegenverkehr zu laufen.

Dazu wurde auf einer Putzwand Eiweiss und Honig aufgetragen und so lange poliert bis man sich darin spiegeln konnte. Allerdings hat das zusätzliche Licht die Fresken im Laufe der Jahrhunderte weitestgehend zerstört. Spiegeln kann man sich heute auch nicht mehr.

Während wir den Gang entlangwandern, sieht es fast so aus als würde es regnen. Es ist aber nur Wasser, was nach den starken Regenfällen der Vorwoche noch aus dem Felsen tropft.

Blickt man vom Spiegelgang nach unten sieht man in Mitten von dichten Bäumen den Weg, neben dem sich ein künstlicher Wasserlauf schlängelt. Auch ein hoher Felsen ragt aus den Bäumen.
Blick über die Mauer des Spiegelgangs
Der Blick zeigt dicke Regenwolken, die in der Ferne sich mit den Bergen im Dunst verbinden. Bis zu den Bergen gibt es eine undurchdringliche Baumfläche nur unterbrochen durch das Glitzern von Wasseroberflächen und einigen Grasflächen .
Auf der einen Seite der Festung sieht es nach Regen aus, auf der anderen Seite ist der Himmel noch blau.

Nach der Spiegelwand führt ein weiterer Aufstieg im Gegenverkehr zur Löwenterrasse. Hier befand sich der Eingang zum Königspalast. Früher soll der Eingang durch das Maul eines riesigen Löwen erfolgt sein. Heute sind leider nur noch die beeindruckenden Pfoten da, vor denen aber laufend Touristen posieren.

Von der Löwenterrasse auf die Felsenfestung Sigiriya

Von der Löwenterrasse führen Metalltreppen an der Aussenseite des Felsens zur Felsenfestung Sigiriya hoch. Für alle, die nicht an Höhenangst leiden, ist die Aussicht auf die Landschaft grandios. Du hast viel Zeit die Landschaft zu bewundern, denn es geht quälend langsam nach oben. Angst, die die Füsse lähmt und fehlende Kondition, um in der feuchten Wärme des Nachmittags die Stufen zu erklimmen, sind der Grund. Der Aufstieg ist aber nichts gegen den Abstieg, bei dem man sich dem Blick in die Tiefe nicht mehr entziehen kann.

Eine Metalltreppe führt aussen im Zickzack auf den Felsen hoch.
Die Treppe muss man nicht nur hoch, sondern auch wieder herunterlaufen. Wer aufwärts schon Schwierigkeiten hat, sollte sich gut überlegen, rechtzeitig umzudrehen.

Nach den Metalltreppen schliessen sich noch ein paar in Fels gehauene Treppen an. Wenn du jetzt denkst endlich geschafft, erliegst du einem Trugschluss. Auf dem Felsen geht es immer noch weiter und auch höher. Natürlich zücken erst einmal alle, kaum dass sie auf dem Felsen stehen ihre Mobiltelefone für Selfies. Dies wissen auch die Affen, die da oben herumlungern, nach Essen betteln oder Touristen erschrecken.

Hinweis: Halte dein Telefon gut fest, wenn die Affen in der Nähe sind. Schon manches Handy hat dort oben fliegen gelernt, nachdem es das Spielzeug eines Affen war.

Ein Frosch, der wie die sandige Treppenstufe aussieht, sitzt in der Ecke.
Beim Blick auf die letzten Treppenstufen entdecken wir den hervorragend getarnten Frosch.

Auf dem Plateau des Sigiriya Felsens kann man noch Reste des alten Königspalastes, die Audienzhalle, den Thron, Wasserbecken und Zisternen sehen. Am schönsten ist aber einfach der Ausblick in die Landschaft.

Gegenüber der Sigiriya Felsenfestung siehst du den Pidurangala Felsen. Eigentlich hatten wir auf die Zeit gehofft, auch diesen Felsen zu besteigen, aber durch die lange Anfahrt ist dies zeitlich nicht möglich.

Tipp: Willst du beide Felsen an einem Tag besteigen, solltest du früh morgens zuerst den Pidurangala Felsen besteigen. Willst du viel Geld sparen, kannst du auch nur den Pidurangala Felsen besteigen.

Der Pidurangala Felsen zeigt auf der linken Seite bis etwas über die Mitte den nackten Fels. Etwas unterhalb des höchsten Punktes wurde ein weiteres Felsstück errichtet. 90 Prozent des Felsens ist mit Wald bewachsen.
Die Mönche erhielten im Tausch gegen den Sigiriya Felsen den Pidurangala Felsen. Damit der Felsen, auf dem Buddha verehrt wird, höher ist, wurde noch ein Stein aufgerichtet.

Abstieg und Kobra Fels

Was man hoch gestiegen ist, muss man auch wieder hinuntersteigen. Die Mädels hatten mit dem Abstieg deutlich mehr Mühe und zitternde Knie, als wir endlich wieder auf der Löwenterrasse standen. Sie waren nicht die Einzigen mit Problemen.

Von oben sieht man die Felswand mit der über dem Nichts schwebenden Metall Treppe. Eine lange Schlange von Menschen scheint ohne Geländer kurz davor zu sein, in den herrlich grünen Abgrund zu stürzen.
Die Aussicht beim Warten auf den Abstieg

Beim Abstieg geht man nicht wieder an der Spiegelwand entlang, sondern wird über einen anderen Weg geführt.

Tipp: Halte mal kurz auf der Treppe an und schau nach rechts. Dort siehst du den Felsen, welchen man im Verteidigungsfall hätte abstürzen lassen, in dem man die unter dem Fels befindlichen Haltesteine zerschlagen hätte.

Bei einer Terrasse mit Fundamentresten ist ein grosser Felsbrocken zu sehen, der auf dünnen Steinstelzen steht.
Der Verteidigungsstein

Der Weg zum Parkplatz führt vorbei an einem Zisternen Felsen, der Asana Höhle, welche noch zu Zeiten der Mönche genutzt wurde, einer Audienzhalle und dem Kobra Fels. Immer wieder sieht man in den Felsen Minitreppen, die man höchsten Barfuss hätte erklimmen können. Auch an einem weiteren Thronsitz kommt man vorbei.

Treppen aus bemoosten Ziegelsteinen führen zu einem abgerundeten Felsen mit in den Fels gehauenen Treppen. In dessen Mitte befindet sich eine Zisterne.
Felsen mit Zisterne
Eine Treppe führt auf die eben abgetragene Oberfläche eines einzeln in der Landschaft stehenden Felsens. Wege umrunden den Felsen und Reste von Fundamenten behaupten sich gegen die Bäume.
Die Reste der Audienzhalle
Ein Felsen sieht von unten aus, wie der Kopf einer aufgerichteten Kobra
Der Kobra Felsen

Das letzte Stück des Weges zum Parkplatz wird von Affen und Händlern gesäumt. Letztere versuchen von kalten Getränken bis zu Souvenirs alles zu verkaufen.

Jörg finden wir mit unserem Fahrer ins Gespräch vertieft bei einem Tee. Wir lassen uns auch auf einen Tee einladen und kaufen noch einige Samosas für die Kinder dazu. Allerdings hocken die Affen jetzt sprungbereit auf den Dächern der Verkaufsstände, so dass wir auf unser Essen genau aufpassen müssen.

Da es inzwischen schon 17.30 Uhr ist, fahren wir in unser Hotel, wo wir zwei Nächte bleiben.

Übernachten im Baumhaus

In unserem Hotel Nice Place sind wir in sehr komfortablen Baumhäusern untergebracht. Nachdem wir heute schon 2.000 Stufen gelaufen sind, kommt es auf ein paar Stufen mehr oder weniger ja auch nicht drauf an. Allerdings befinden sich unsere beiden Baumhäuser recht weit voneinander entfernt und WLAN gibt es nur in der Rezeption.

Erst am nächsten Morgen, als die Kinder erzählen, dass sie wach geworden wären, weil ihr ganzes Baumhaus schrecklich gewackelt hätte, erfahren wir, dass es schon mal sein kann, dass sich ein Elefant an den Baumhausständern den Rücken kratzt. Vor dem Baumhaus der Kinder ist freie Fläche unseres liegt direkt an einem Gewässer mit laut quakenden Fröschen.

Unser Baumhaus ist perfekt. Die Kinder finden leider eine Ameisenstrasse im Bett. Nachdem wir die Ameisenwanderung vom Hotel haben unterbinden lassen, kommen wohl aber in der Nacht Käfer heraus. Es muss daran liegen, dass Gwendolyn keine Insekten mag, dass sie diese immer und überall sieht.

Das Hotel hat auch eine einfache Fahrerunterkunft, wo alle Fahrer und Guides abends gemütlich beieinander sitzen. Das WLAN in der Lobby ist häufig überfordert. Die Endlosschleife moderner Weihnachtsmusik ist aber sowieso nicht länger als 10 Minuten zu ertragen. Das Essen wird morgens und abends als Buffet gereicht. Leider hallt es im Essensraum sehr.

Nach dem Essen gehen wir nur noch schlafen. Am nächsten Morgen heisst es 6.00 Uhr Abfahrt. Auf dem Programm steht eine Safari im Hurulu Eco Park, bevor es anschliessend zu den Dambulla Höhlentempeln geht.

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