Felsenfestung in Sigiriya

Unterwegs nach Sigiriya

Nach einem guten Frühstück verlassen wir das Rascals Kite Resort in Kalpitiya und machen uns um 8.00 Uhr auf den Weg, um die Felsenfestung Sigiriya zu besichtigen.

Hunde nutzen die schmalen Dämme, um sich zwischen den Reisfeldern zu bewegen.
Hunde nutzen die schmalen Dämme, um sich zwischen den Reisfeldern zu bewegen.

Exkurs über den Wahrheitsgehalt von Aussagen und deren Motivation

Erstaunlicherweise fahren wir nicht über Anuradhapura, sondern einen Teil der Strecke, die wir am Vortag gefahren sind, zurück und dann über Kurunegala. Angeblich wäre die andere Strecke von den Kilometern länger und Fahrer und Guide müssten darüber Rechenschaft ablegen.

Verkehr - der ganz normale Wahnsinn
Verkehr – der ganz normale Wahnsinn

Mit der Agentur war es anders besprochen. Eigentlich wollte ich die Felsenfestung Sigiriya lieber am Morgen besteigen, um die Hitze des Tages zu vermeiden und gutes Licht zum Fotografieren zu haben. Dafür wollte ich den Höhlentempel in Dambulla zuerst besuchen. Das wurde quasi bei der Reiseplanung abgelehnt, weil wir ja zuerst in Sigiriya vorbei kommen sollten und alles andere ein Umweg wäre.

So, wie der Fahrer nun fährt, kommen wir natürlich zuerst in Dambulla vorbei und stehen vorher noch im Stau. Auch macht der Hotelvorschlag mit Kalpitiya noch weniger Sinn, wenn man nachts vier Stunden dort hin fährt um am nächsten Morgen wieder zurückzufahren.

Rückseite des Felsens, in dem die Höhlentempel von Dambulla sind. Der Verkehr kriecht nur.
Rückseite des Felsens, in dem die Höhlentempel von Dambulla sind. Der Verkehr kriecht nur.

Aber wir lernen im Verlauf der Tour, dass die Agenturen hier auf vielfältige Art mit den Touristen Geld verdienen. Für die Zusammenarbeit mit Hotels gibt es Provisionen. Die grossen Agenturen betreiben sogar eigene Hotels. Da sind die Interessen der Kunden natürlich zweitrangig.

Genauso sind der Fahrer und der Guide dazu angehalten, den Touristen unterwegs weitere Besichtigungen oder Shoppingmöglichkeiten schmackhaft zu machen. Sie bekommen Listen mit den für die Agentur finanziell interessanten Möglichkeiten. Eigentlich hatten wir extra einen Fahrer über eine Agentur gebucht, um das zu vermeiden. Ausserdem lernen wir, dass Guide und Fahrer ebenfalls eigene Interessen verfolgen und die Wahrheit dabei häufig auf der Strecke bleibt.

Village Touren bei Sigiriya

Die Fahrt nach Sigiriya zieht sich, auch wenn die Landschaft mit grossen und kleineren Städten und Reisfeldern sehr abwechslungsreich ist.

Reisfelder entlang der Strasse
Reisfelder entlang der Strasse

An einem Unternehmen, welches Kokosnüsse schält, halten wir noch einmal kurz. Die Arbeiter spiessen die Kokosnüsse auf einen scharfen Dorn, um die faserige Aussenhaut zu entfernen. Jede Kokosnuss wird 3 Mal über den Dorn gezogen, bevor sie fertig geschält ist. Anschliessend werden die Fasern eingeweicht. Nach ca. 2 Wochen Einweichzeit können Seile und Stricke daraus hergestellt werden.

Das Schälen der LKW-Ladung Kokosnüsse ist harte Arbeit
Das Schälen der LKW-Ladung Kokosnüsse ist harte Arbeit
Wir nähern uns Sigiriya.
Wir nähern uns Sigiriya.

Bevor wir endgültig die Felsenfestung Sigiriya erreichen, versuchen uns Fahrer und Guide noch eine Village Tour schmackhaft zu machen. Die Tour ist natürlich einzigartig und gibt es so nur in der Umgebung von Sigiriya.

Die Touristen werden dazu in traditionelle Ochsenkarren verladen und zu einem traditionellen Dorf gefahren, wo sie zusehen können, wie früher gekocht wurde. Es wird auch gezeigt, wie der geerntete Reis weiterverarbeitet wird. Bevor die Tour endet gibt es noch eine Bootsfahrt.

Wer sich ein Bild von den Village Touren machen möchte, findet hier von einem der Anbieter Bilder und weitere Informationen. Die Touren ähneln sich alle. Es ist übrigens nicht notwendig, im Voraus zu buchen. Man kann einfach bei einem der Anbieter an der Strasse anhalten, den Preis bezahlen und los geht es. Uns hat der Guide einen Preis von 11 USD pro Person genannt. Wenn ihr allerdings mit einem Guide oder Fahrer unterwegs seid, arbeitet er garantiert mit einem Anbieter zusammen, mit dem er eine Provisionvereinbarung hat. Wir lehnen dankend ab.

Besuch der Felsenfestung Sigiriya

Die Tickets für den Besuch der Felsenfestung von Sigiriya werden vom Guide am Schalter gekauft. Von der Agentur hat er jede Menge Reisegeld erhalten. Leider braucht er alle Tickets am Ende der Tour zurück, um gegenüber der Agentur abrechnen zu können. So recht scheint man einander nicht zu vertrauen.

Vor dem Wassergraben werden die Rucksäcke kontrolliert.
Vor dem Wassergraben werden die Rucksäcke kontrolliert.

Bevor man aufs Gelände kommt, werden noch die Taschen durchsucht und die kleinen Plastikmützen, mit denen die meisten Wasserflaschen hier zusätzlich gesichert sind, abgeschnitten. Dann beginnt das Abenteuer.

Fundamente von Pavillons am Fusse des Felsens
Fundamente von Pavillons am Fusse des Felsens

Am Fusse des Felsens befinden sich zahlreiche Ruinen von Pavillons und ehemaligen symmetrischen Wassergärten. Da immer dunklere Wolken aufziehen, verweilen wir nicht lange. Dennoch folgen wir einem Wegweiser nach links zu einem See und sind fasziniert von den Waranen. Auch ein Frosch und eine Wasserschlange sind erstaunt, dass jemand dem Wegweiser folgt, denn die meisten laufen stur geradeaus mit dem eigentlichen Ziel vor Augen.

Der Oktagonal-Teich mit vielen Tieren
Der Oktagonal-Teich mit vielen Tieren
Wasserwaran mit Entengrütze dekoriert
Wasserwaran mit Entengrütze dekoriert
Wasserschlange im Teich
Wasserschlange im Teich
Frosch im Teich
Frosch im Teich

Die Treppenstufen sind für unsere Füsse recht kurz, durch den Regen in der letzten Zeit sind sie auch nass und sandig. Jörg beschliesst recht früh, dass es nicht sein Weg ist und geht gemütlich zurück zum Parkplatz.

Der Weg zur Felsenfestung Sigiriya führt durch ein Felsentor
Der Weg zur Felsenfestung Sigiriya führt durch ein Felsentor
Wespen und Besucher sind in der Vergangenheit immer mal wieder zusammengestossen. Auch wenn wir keine Wespen entdecken können, beeilen wir uns.
Wespen und Besucher sind in der Vergangenheit immer mal wieder zusammengestossen. Auch wenn wir keine Wespen entdecken können, beeilen wir uns.

2.000 Stufen zur Felsenfestung Sirgiriya

Wolkenmädchen, Mirror Wall und Löwenterrasse

Zu den sogenannten Wolkenmädchen von Sigiriya – Fresken in den Decken eines Überhangs – führt eine schmale Wendeltreppe nach oben. Hier steht man Schlange und hat für jeden Schritt ganz viel Zeit. Unser Guide erzählt uns, dass er diese Schrittgeschwindigkeit schon für die Ersteigung des gesamten Felsens erlebt hätte und wir froh sein sollten, dass nicht so viel los ist.

Felsenfestung Sigiriya - Orientierungsbild
Felsenfestung Sigiriya

Wer nicht schwindelfrei ist wird bei den Wendeltreppen erste Probleme haben. Man kann ohne den Umweg zu den Wolkenmädchen auch direkt zum Spiegelgang gehen.

Ab Beginn der Wendeltreppe darf nicht mehr fotografiert werden. So müsst ihr leider im Internet nach Bildern der Wolkenmädchen suchen. Die Wolkenmädchen stammen aus dem 5. Jahrhundert. Ob sie himmlische Nymphen oder Hofdamen darstellen, darüber streiten sich die Gelehrten.

Vom Felsüberhang führt eine weitere Wendeltreppe wieder abwärts bis zum Spiegelgang. Entlang des Spiegelgangs waren früher ebenfalls Felsmalereien. Da sie aber bis auf wenige Stunden am Tag im Schatten lagen, kam der Herrscher auf die Idee den Fresken mit einer Spiegelwand zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Der Spiegelgang (Mirror Wall)
Der Spiegelgang (Mirror Wall)

Dazu wurde auf einer Putzwand Eiweiss und Honig aufgetragen und solange poliert bis man sich darin spiegeln konnte. Allerdings hat das zusätzliche Licht die Fresken im Laufe der Jahrhunderte weitestgehend zerstört. Spiegeln kann man sich heute auch nicht mehr.

Während wir den Gang entlangwandern, sieht es fast so aus als würde es regnen. Es ist aber nur Wasser, was nach den starken Regenfällen der Vorwoche noch aus dem Felsen tropft.

Blick vom Spiegelgang nach unten.
Blick vom Spiegelgang nach unten.
Auf der einen Seite des Felsens sieht es nach Regen aus, auf der anderen Seite sehen wir blauen Himmel.
Auf der einen Seite des Felsens sieht es nach Regen aus, auf der anderen Seite sehen wir blauen Himmel.

Nach dem Mirror Wall führt ein weiterer Aufstieg im Gegenverkehr zur Löwenterrasse. Hier befand sich der Eingang zum Königspalast. Früher soll der Eingang durch das Maul eines riesigen Löwen erfolgt sein. Heute sind leider nur noch die beeindruckenden Pfoten da, vor denen aber laufend Touristen posieren.

Auf dem Plateau des Sigiriya Felsens

Von der Löwenterrasse führen Metalltreppen an der Aussenseite des Felsens hoch. Für alle, die nicht an Höhenangst leiden ist die Aussicht auf die Landschaft grandios. Für alle anderen geht es nur quälend langsam nach oben, da manch einem Touristen die Angst die Füsse lähmt. Auch braucht es ein wenig Kondition, um in der Wärme des Nachmittags die restlichen der 2.000 Stufen zu erklimmen. Der Aufstieg ist aber nichts gegen den Abstieg, wo man sich dem Blick in die Tiefe nicht mehr entziehen kann.

Der Aufstieg von der Löwenterasse zur Felsenfestung Sigiriya.
Der Aufstieg von der Löwenterasse zur Felsenfestung Sigiriya.

Nach ein paar letzten Treppen im Felsen, denkt man endlich geschafft, aber das ist ein Trugschluss. Auf dem Felsen geht es immer noch weiter und auch höher. Natürlich zücken erst einmal alle, kaum dass sie auf dem Felsen stehen ihre Handys für Selfies. Dies wissen auch die Affen, die da oben herumlungern, nach Essen betteln oder Touristen erschrecken. Haltet eure Handys also gut fest, wenn die Affen in der Nähe sind. Schon manches Handy hat dort oben nachdem es das Spielzeug eines Affen war, fliegen gelernt.

Beim Blick auf die letzten Treppenstufen entdecken wir den hervorragend getarnten Frosch.
Beim Blick auf die letzten Treppenstufen entdecken wir den hervorragend getarnten Frosch.
Endlich ganz oben auf der Felsenfestung Sigiriya.
Endlich ganz oben auf der Felsenfestung Sigiriya.
Aussicht von der Felsenfestung Sigiriya. Von da unten sind wir gekommen.
Aussicht von der Felsenfestung Sigiriya. Von da unten sind wir gekommen.

Auf dem Plateau des Sirgiriya Felsens kann man noch Reste des alten Königspalastes, die Audienzhalle, den Thron, Wasserbecken und Zisternen sehen. Am schönsten ist aber einfach der Ausblick in die Landschaft.

Gegenüber der Sirgiriya Felsenfestung sieht man den Pidurangala Felsen. Eigentlich hatten wir auf die Zeit gehofft auch diesen Felsen zu besteigen, aber durch die lange Anfahrt ist dies zeitlich nicht möglich. Wer beide Felsen an einem Tag besteigen möchte, sollte am besten früh morgens zuerst den Pidurangala Felsen besteigen. Wer nur Zeit für einen Felsen hat, kann viel Geld sparen, wenn er sich nur für den Pidurangala Felsen entscheidet.

Der Pidurangala Felsen vom Sigiriya Felsen aus gesehen.
Der Pidurangala Felsen vom Sigiriya Felsen aus gesehen.
Die Möche erhielten im Tausch gegen den Sigiriya Felsen den Pidurangala Felsen. Damit der Felsen auf dem Buddha vereehrt wird höher ist, wurde noch der Stein aufgerichtet.
Die Möche erhielten im Tausch gegen den Sigiriya Felsen den Pidurangala Felsen. Damit der Felsen auf dem Buddha vereehrt wird höher ist, wurde noch der Stein aufgerichtet.

Abstieg und Kobra Fels

Was man hochgestiegen ist, muss man auch wieder runtersteigen. Die Mädels hatten mit dem Abstieg deutlich mehr Mühe und zitternde Knie als wir endlich wieder auf der Löwenterrasse standen. Sie waren nicht die einzigen mit Problemen.

Ausblick beim Abstieg von der Felsenfestung Sigiriya.
Ausblick beim Abstieg von der Felsenfestung Sigiriya.

Beim Abstieg geht man nicht wieder am Mirror Wall entlang, sondern nimmt einen anderen Weg. Wer nicht nur auf seine Füsse auf der steilen Treppe mit den kurzen Treppenstufen achten muss, kann einen Blick nach rechts riskieren. Dort sieht man Felsen platziert, die man im Verteidigungsfall hätte, hinab rollen lassen können.

Der grosse Felsen hätte im Verteidigungsfall durch das Zerschlagen der Stützen nach unten befördert werden können.
Der grosse Felsen hätte im Verteidigungsfall durch das Zerschlagen der Stützen nach unten befördert werden können.

Der Weg zum Parkplatz führt vorbei an einem Zisternen Felsen, der Asana Höhle, einer Audienzhalle und dem Kobra Fels. Immer wieder sieht man in den Felsen Minitreppen, die man höchsten Barfuss hätte erklimmen können. Auch an einem weiteren Thronsitz kommt man vorbei.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz
Auf dem Rückweg zum Parkplatz
Felsen mit Zisterne
Felsen mit Zisterne, Sigiriya
Die Asana Höhle stammt noch aus der Zeit als der Felsen von Sigiriya von den Möchen genutzt wurde.
Die Asana Höhle stammt noch aus der Zeit als der Felsen von Sigiriya von den Möchen genutzt wurde.
Reste der Audienzhalle - Sigiriya
Reste der Audienzhalle – Sigiriya
Auf fast allen Felsen findet man unterschiedlich tiefe Vertiefungen, die als Treppenstufen genutzt wurden.
Auf fast allen Felsen findet man unterschiedlich tiefe Vertiefungen, die als Treppenstufen genutzt wurden.
Der Kobrafelsen erinnert wirklich an eine aufgestellte Kobra.
Der Kobrafelsen erinnert wirklich an eine aufgestellte Kobra.

Das letzte Stück des Weges zum Parkplatz wird von Affen und Händlern gesäumt. Letztere versuchen von kalten Getränken bis zu Souvenirs alles zu verkaufen.

Jörg finden wir mit unserem Fahrer ins Gespräch vertieft bei einem Tee. Wir lassen uns auch auf einen Tee einladen und kaufen noch einige Samosas für die Kinder dazu. Allerdings hocken die Affen jetzt sprungbereit auf den Dächern der Verkaufsstände, so dass wir auf das Essen genau aufpassen müssen.

Da es inzwischen schon 17.30 Uhr ist, fahren wir in unser Hotel, wo wir zwei Nächte bleiben.

Übernachten im Baumhaus

In unserem Hotel Nice Place sind wir in sehr komfortablen Baumhäusern untergebracht. Nachdem wir heute schon 2.000 Stufen gelaufen sind, kommt es auf ein paar Stufen mehr oder weniger ja auch nicht drauf an. Allerdings befinden sich unsere beiden Baumhäuser recht weit voneinander entfernt und WLAN hat man nur in der Rezeption.

Erst am nächsten Morgen, als die Kinder erzählen, dass sie wach geworden wären, weil ihr ganzes Baumhaus schrecklich gewackelt hätte, erfahren wir, dass es schon mal sein kann, dass sich ein Elefant an den Baumhausständern den Rücken kratzt. Vor dem Baumhaus der Kinder ist freie Fläche unseres liegt direkt an einem Gewässer mit laut quakenden Fröschen.

Unser Baumhaus ist perfekt. Die Kinder finden leider eine Ameisenstrasse im Bett. Nachdem wir die Ameisenwanderung vom Hotel haben unterbinden lassen, kommen wohl aber in der Nacht Käfer heraus. Es muss echt daran liegen, dass Gwendolyn keine Insekten mag, dass sie diese immer und überall sieht.

Das Hotel hat auch eine einfache Fahrerunterkunft, wo alle Fahrer und Guides abends gemütlich beieinandersitzen.
Das WLAN in der Lobby ist häufig überfordert. Die Endlosschleife moderner Weihnachtsmusik ist aber sowieso nicht länger als 10 Minuten zu ertragen. Das Essen wird morgens und abends als Buffet gereicht. Leider hallt der Essensraum sehr.

Nach dem Essen gehen wir nur noch schlafen. Am nächsten Morgen heisst es 6.00 Uhr Abfahrt.

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