Spaziergang durch das Enea Baummuseum

Die Worte Baum und Museum scheinen sich im ersten Moment zu widersprechen. Und trotzdem ist die Zusammensetzung aus beiden Worten, genau das Wort, welches den Ort am besten beschreibt. Wer schon einmal auf der Giardina, der Gartenmesse in Zürich war, dem wird sicher der Name Enzo Enea begegnet sein. Der Landschaftsarchitekt wurde oft für seine Gartenentwürfe ausgezeichnet.

In Rapperswil-Jona hat er ein weltweit wohl einzigartiges Baummuseum aufgebaut, welches Natur und Kunst verbindet. Im Gartenplan, den man am Eingang kaufen kann, wird darauf verwiesen, dass einige der Bäume bereits über einhundert Jahre alt sind. Auf dem Plan sind die Bäume mit ihrer unterschiedlichen Wuchsform, ihrem Alter und ihrer Herkunft vermerkt, genauso wie die ausgestellten Kunstwerke.

Rundgang durch das Enea Baummuseum

Folgt man vom Parkplatz der Beschilderung zum Eingang, wissen die Augen schon gar nicht mehr, wohin sie als erstes schauen sollen. Ob zur Architektur der rechteckigen, lichtgefluteten Halle oder zu den Kunstgegenständen, Möbeln, Lampen und Dekoartikeln, die die Augen durch Formen und Farben fesseln.

Wir sind unter der Woche früh da und deshalb noch allein unterwegs. Die Eintrittsgebühr ist schnell entrichtet. Während wir uns im Inneren der Halle umschauen, trinken wir noch einen Kaffee, und dann zieht es uns nach draussen.

Bereits die erste Skulptur am See von Richard Erdmann, mit dem Titel «Spira», begeistert Jörg. Er sieht darin die Idee des Möbius-Bandes allerdings für ein Band mit 4 Oberflächen umgesetzt. Würde man mit einem Finger an einer der Oberflächen der Skulptur entlangstreichen, würde man, ohne abzusetzen auf allen vorhandenen Oberflächen vorbei kommen, bis man zurück beim Ausgangspunkt angelangt wäre. Das ist nämlich das Besondere am Möbius-Band mit 2 Oberflächen.

Spira von Richard Erdmann - Enea Baummuseum
Spira von Richard Erdmann – Enea Baummuseum

Uns zieht es zuerst zu den gerade noch blühenden Rhododendren, was uns vorbei an der Sumpfzypressenallee und im weiteren Verlauf zu den Ahornbäumen bringt. Erst anschliessend führen unsere Füsse uns ins eigentliche Baummuseum.

Das helle Grün der Sumpfzypressenallee vor blauem Himmel ist ein fröhliches Farbspiel - Enea Baummuseum
Das helle Grün der Sumpfzypressenallee vor blauem Himmel ist ein fröhliches Farbspiel
Dieser Ahorn steht wie eine Ballerina in der Landschaft - Enea Baummuseum
Dieser Ahorn steht wie eine Ballerina in der Landschaft
Spiel von Licht und Schatten durch das Blätterdach des Ahorns - Enea Baummuseum
Spiel von Licht und Schatten durch das Blätterdach des Ahorns

Tiere und Blumen im Baummuseum

War uns bereits eine Ente am See neben dem Eingang aufgefallen, so ist es nun ein Reiher, der unsere Aufmerksamkeit weckt. Er passt perfekt in die Landschaft. So ruhig wie er steht, könnte er auch eine Skulptur am Teich sein. Wir sind uns anfangs nicht sicher. Bevor wir in der Liste der Kunstobjekte nachschauen können, fängt er einen riesigen Goldfisch. Dieser zappelt in seinem Schnabel. Er trägt ihn weg, verliert ihn und kämpft mit der Grösse seines Fangs bis er ihn endlich verschluckt hat. So wird der Reiher mit dem kontrastreichen Fisch selbst Teil der Kunst.

Der Reiher mit seinem erbeutetem Goldfisch wird selbst zum Kunstwerk - Enea Baummuseum
Der Reiher mit seinem erbeutetem Goldfisch wird selbst zum Kunstwerk
Reiher mit Goldfisch läuft in Richtung Skulptur WVZ 147 von Elmar Trenkwalder - Enea Baummuseum
Reiher mit Goldfisch läuft in Richtung Skulptur WVZ 147 von Elmar Trenkwalder –
Enea Baummuseum

Im ganzen Baummuseum blühen Pfingstrosen in aussergewöhnlichen Farben.

Pfingstrose - Enea Baummuseum
Pfingstrose - Enea Baummuseum
Pfingstrose - Enea Baummuseum

Auch ein liegender, versteinerter Baum fasziniert mich. Und vor einem Pavillon, der an Palmenhäuser des 19. Jahrhunderts erinnert, blühen Strelitzien.

Versteinerte Mädchen-Kiefer - Enea Baummuseum
Versteinerte Mädchen-Kiefer – Enea Baummuseum
Strelitzie
Strelitzie

Dahinter schaffen ein Brunnen, eine blühende Glyzinie und Rundbögen mit interessanten Durchblicken in die Berge ein südländisches Flair.

Glyzinie - Enea Baummuseum
Glyzinie

Schon werden wir von einer Bachstelze, die nicht fotografiert werden möchte, zu einer wilden Blumenwiese geführt.

Verschlungene Hecken - Enea Baummuseum
Verschlungene Hecken
Blumenwiese
Blumenwiese

Wir geniessen den Park unglaublich und laufen kreuz und quer. Abhängig von welcher Seite man sich nähert, sind es immer wieder andere Dinge, die einem in die Augen springen. Selbst der Gang durch die Baumschule ist interessant.

Lieblingsplatz - Enea Baummuseum
Lieblingsplatz

Zum Schluss ruhen wir uns ein wenig auf der Terrasse aus und geniessen den Blick über den See, bevor es weiter in die Rosenstadt Rapperswil geht.

Gut zu wissen

Das Enea Baummuseum ist das ganze Jahr geöffnet und bietet sich zu jeder Jahreszeit für einen Besuch an. Es hat seit dem 11. Mai 2020 wieder geöffnet.

Öffnungszeiten:
Mo – Fr 9.00 – 18.00 Uhr, Sa 10.00 – 17.00 Uhr (März bis Oktober)
Mo – Fr 9.00 – 17.30 Uhr, Sa 10.00 – 16.00 Uhr (November bis Februar)
An Feiertagen und zwischen Weihnachten und Neujahr bleibt das Baummuseum geschlossen.

Eintritt: 15.00 CHF

Adresse: Buechstrasse 12, 8645 Rapperswil-Jona

Mehr Informationen und weitere Fotos der Skulpturen findet ihr auf der Enea Website.

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