18 – Zwischenstopp in Buenos Aires

Alles geschlossen in Buenos Aires und kein Geld

Eins vorweg, dass mit der guten Luft in Buenos Aires muss lange bevor es Autos gab, gewesen sein. Am Mittag landen wir wieder in Buenos Aires und lassen uns von einem Taxi ins Hotel bringen. Da wir dringend wieder eine Wäscherei brauchen, machen wir uns kurz nach Ankunft im Hotel wieder auf den Weg. Nach der grünen Landschaft in Misiones erleben wir hier eine Art Kulturschock, weshalb wir beschliessen uns eine grüne Insel zu suchen. Mit Kindern ist ein Zoobesuch das Naheliegendste, zumal der Tierpark nur wenige Querstrassen vom Hotel entfernt ist.

Während wir auf der Suche nach dem Eingang daran vorbeilaufen, erhaschen wir schon den einen oder anderen Blick auf ein paar Tiere. Als wir endlich am Eingang stehen, stellt sich heraus, dass der Tierpark geschlossen ist. So kommt Plan B – der Botanische Garten zum Tragen. Leider stehen wir auch dort vor verschlossenen Türen. Irgendwann kapieren wir es dann, es ist Montag und deshalb hat annähernd alles, was Eintritt kostet, geschlossen.

Damit die Lauferei nicht ganz umsonst war, versuchen wir wenigstens etwas Bargeld aufzutreiben, aber die Automaten ignorieren uns, was wir so auch noch nicht erlebt haben. Nach dem Aufsuchen von drei verschiedenen Geldautomaten geben wir erst einmal auf und laufen gefühlte 50 Blocks zurück zum Hotel.

Bild Buenos Aires - Stadtviertel Palermo, hier ist alles ein wenig niedriger. Die Gebäude haben nur 3 bis 6 Stockwerke. Sie haben unterschiedlichste Stile von Kolonialzeit bis heute, ebenso verschiedene Farben, aber alle haben viele Balkons zur schmalen Strasse.
Buenos Aires – Stadtviertel Palermo, hier ist alles ein wenig niedriger

Die Laune unserer Kinder kann nur mit einem Poolbesuch auf dem Dach des Hotels etwas aufgebessert werden.

Bild Buenos Aires - Blick vom Hotel-Dach. Baumwipfel eines kleinen Parks im Vordergrund, dahinter nicht sehr schöne Wohnblocks unterschiedlichster Höhe.
Buenos Aires – Blick vom Hotel-Dach
Bild Buenos Aires - Blick vom Hotel-Dach. Ein Meer aus Wohnblocks, schmal und verschiedenster Höhe. Bei keiner Wohnung darf der Balkon fehlen und sei er noch so klein.
Buenos Aires – Blick vom Hotel-Dach

Viel zu schnell kommt schon der kleine Hunger und wir müssen wieder aufbrechen. In der vom Hotel empfohlenen Richtung kommt eine Bar neben der anderen. Nachdem die Mädels schon drohen, den plötzlichen Hungertod zu sterben, wenn sie auch nur noch einen Schritt ohne Essen weitergehen müssen, kommt doch noch ein vollbesetzter Italiener entlang des Weges. Wir bekommen auch einen kleinen Tisch und sind einfach nur froh, dass man hier auch mit Kreditkarte bezahlen kann, denn Bargeld haben wir immer nocht nicht.

Bei den Preisen reiben wir uns sehr verwundert die Augen. Eine Pizza kostet hier so viel, wie im bisherigen Argentinienurlaub ein Steak. Willkommen in der Hauptstadt kann ich da nur sagen. Satt und zufrieden wandern wir zurück ins Hotel und wollen nur noch schlafen. Das Laufen durch die Stadt ermüdet uns schlimmer als jede Wanderung es könnte.

Stadtbesichtigung amerikanisch

Heute nun wollen wir nun die Stadt Buenos Aires erkunden. Dazu laufen wir zur nächsten Haltestelle des Hop-on-hop-off-Busses und warten. Der Fahrplan gibt nicht mal eine ungefähre Ahnung davon, wann ein Bus vorbeikommen könnte, was wohl auch mit dem hohen Verkehrsaufkommen zusammenhängt. Nach einer Viertel Stunde des Wartens kommt ein fast leerer Bus vorbei. Aber leider, leider hat dieser Bus keine Tickets mehr und so fährt er leer weiter. Glücklicherweise kommt kurz danach ein weiterer Bus, welcher sogar noch Tickets hat. So suchen wir uns einen schönen Platz in der oberen Etage des Doppelstockbusses und betrachten das Verkehrschaos um uns herum.

Bis wir unseren ersten Ausstiegspunkt erreicht haben, sind wir so paralysiert von dieser Stadt und den Menschenmassen, dass wir beschliessen, einfach sitzen zu bleiben bis wir den Ausgangspunkt wieder erreicht haben und die Aussicht zu geniessen. Das gefällt den Mädchen natürlich.

Bild Buenos Aires - Telefonzelle. Eine rote Telefonzelle die ähnlich aussieht wie die britischen Klassiker.
Buenos Aires – Telefonzelle
Bild Buenos Aires - Avenida 9 de Julio. Eine extrem breite Avenida mit mindestens 2 Spurgruppen je Richtung, insgesamt ca. 16 bis 20 Fahrspuren. Dazwischen Baumreihen und das ganze gesäumt von im Mittel 10-stöckigen Wohn und Bürohäusern.
Buenos Aires – Avenida 9 de Julio
Bild Buenos Aires - Schmale Strassenzüge mit dicht gedrängten Menschen
Buenos Aires – Schmale Strassenzüge mit dicht gedrängten Menschen
Bild Buenos Aires - Blick zurück auf die Avenida 9 de Julio aus einer Querstrasse, die selber wenigstens 7 Fahrspuren in einer Richtung aufweist.
Buenos Aires – Blick zurück auf die Avenida 9 de Julio
Buenos Aires - Der Obelisk auf der Avenida 9 de Julio. Er ist mindestens 50 Meter hoch und steht auf einem begrünten Platz zwischen den Fahrspuren.
Buenos Aires – Der Obelisk auf der Avenida 9 de Julio
Bild Buenos Aires - Gebäude am Obelisken. Wieder verschiedenste Baustile von alt bis neu nebeneinander. Sie säumen die Aussenseiten der grossen Avenida in deren Mitte der Obelisk steht.
Buenos Aires – Gebäude am Obelisken

Buenos Aires ist eine chaotische Millionenstadt, welche nur aus Gegensätzen zu bestehen scheint. Die eigentliche Stadt nimmt 203 km2 ein. Die Stadt ist in 48 Stadtteile (barrios) eingeteilt. Die Stadt und die sie umgebenden Vororte haben zusammen 13,1 Millionen Einwohner.

Bild Buenos Aires - Stilmix. Im Vordergrund eine Plakatwand. Dahinter etwas schäbige 2 bis 3-stöckige Wohnhäuser. Dahinter eine Zwiebelturmkirche mit blauen Turmdächern, dahinter wiederum ein die Kirche überragender sehr hässlicher Wohnblock.
Buenos Aires – Stilmix
Bild Buenos Aires - Basílica Nuestra Señora del Pilar im Stadtteil Recoleta. Ein weisses Gebäude in schlichtem, klassischem Stil mit weissem Turm. Das Turmdach ist wie eine Glocke geformt.
Buenos Aires – Basílica Nuestra Señora del Pilar im Stadtteil Recoleta

Die Gegensätze der Stadt bzw. ihrer Stadtviertel sind extrem. Eben reihen sich noch Glaspaläste und Luxushochhäuser aneinander und an der nächsten Ecke ist man in einem Viertel mit schäbigen Wohnhochhäusern und dreckigen Parkplätzen. Eine Kreuzung weiter fährt man schon wieder auf einer breiten Prachtstrasse, von der schmale Häuserschluchten abzweigen und hier und da schöne alte Kolonialbauten stehen. Alles ist irgendwie chaotisch gemixt. Die Abgase der Stadt legen sich auf die Zunge. Inzwischen schmecken wir sie schon.

Bild Buenos Aires - Argentinischer Nationalkongress. Ein prunkvoller Bau im klassischen Stil mit vielen Säulen, Steingeländern, Aussengängen, griechischem Tempelportal, Statuen und Reiterfiguren, sowei einem alles überragenden Mittelbau mit Kuppel mit hohem, grünem Dach
Buenos Aires – Argentinischer Nationalkongress
Bild Buenos Aires - Casa Rosada, Palast des Präsidenten. Ein 3-stöckiger Bau in schlichtem, klassischen Stil gebaut aus rosa-rötlichen Steinen.
Buenos Aires – Casa Rosada, Palast des Präsidenten

Im Stadtteil La Boca, dem ehemaligen italienischen Einwandererviertel, welches heute bei Touristen recht beliebt ist, sehen wir viele heruntergekommene, zum Verkauf stehende Häuser und Fabriken. Hier ist der Geburtsort des Tangos.

Bild Buenos Aires - La Boca. Vor einem grossen in einer Hauswand präsentiert ein lokaler Künstler ein Grossgemälde, circa 3 mal 1.5 Meter, welches eine grosse moderne Zugbrücke über einen Kanal darstellt.
Buenos Aires – La Boca
Bild Buenos Aires - Bonboniere. Dies ist ein grosses Fussballstadion in einem der Innenstadtviertel.
Buenos Aires – Bonboniere

Im alten Buenos Aires kann man noch die Fabrikhallen von einst sehen, die Häuser sind meist heruntergekommen, manchmal bunt bemalt, viele Häuser sind unbewohnt und zerfallen.

Bild Buenos Aires - alte Fabriken. Es zeigt alte, niedrige Fabrikgebäude und -hallen mit abblätterndem Putz am einbetonierten Ufer eines Flussarms.
Buenos Aires – alte Fabriken
Bild Buenos Aires - Casino. Neben der grauen, modernen Casinofront ist ein 3-stöckiges Dampfschiff nach Art der Mississippi-Dampfer vertäut. Es liegt am Hafen Puerto Madero.
Buenos Aires – Casino

Im Gegensatz dazu das modernisierte Hafenviertel Puerto Madero, wo nur noch einzelne Hafenkräne in der Glitzerwelt daran erinnern, dass hier einstmals ein Hafen war.

Bild Buenos Aires - Puerto Madero noch ganz neu und unbewohnt. Moderne Wohnneubauten noch nicht bezogen im völlig neu gestalteten Puerto Madero
Buenos Aires – Puerto Madero noch ganz neu und unbewohnt
Bild Buenos Aires - Puerto Madero - Kräne erinnern an den Hafen. Inmitten der Wohnneubauten in dem ehemaligen Hafenviertel hat man alte Hafenkräne symbolisch stehen lassen und frisch angestrichen.
Buenos Aires – Puerto Madero – Kräne erinnern an den Hafen
Bild  Puerto Madero - Am Yachthafen. Bild zeigt Blick von der Brücke auf den Yachthafen und viele alte Hafenkräne.
Puerto Madero – Am Yachthafen

Die Kreuzung, die aus dem Viertel wieder herausführt ist chronisch verstopft. Um jeden Meter wird gekämpft. Unser Busfahrer gibt den Versuch die Kreuzung gerade zu überqueren entnervt auf. Er biegt ab und lässt so zwei Stationen aus, indem er sich einen anderen Weg sucht.

Nach fast 3 h Busrundfahrt erreichen wir unseren Ausgangsort wieder. Wir sind so erschlagen von den Eindrücken dieser Stadt, als wären wir selbst gefahren. Gemütlich laufen wir durch den Park zurück zum Hotel. Dabei dürfen wir auch wieder eine recht breite Strasse überqueren. Trotz grüner Fussgänger Ampel fühlen wir uns wie ein Hase bei der Treibjagd, denn es biegen immer wieder Fahrzeuge ab. Wir nehmen es sportlich, denn lang ist die Grünphase auch nicht. Und hier gilt eindeutig das Recht des Stärkeren.

Bild Buenos Aires - Diese Strasse müssen wir überqueren. Eine breite Avenida ohne Mittelstreifen mit insgesamt mindestens 10 Fahrspuren.
Buenos Aires – Diese Strasse müssen wir überqueren

Ein weiterer Versuch Geld zu beziehen, scheitert auch noch. Im Hotel lernen wir dann, dass es in Argentinien zwei Banksysteme gibt. Viele Banken sind nicht an das internationale System angebunden. Dank dieses Hinweises sind wir deutlich weniger beunruhigt und versuchen es beim Wäscheabholen noch einmal an einer vom Hotel empfohlenen Bank und siehe da, wir sind wieder liquide. So langsam war das auch dringend nötig, denn in dieser Stadt möchte fast jeder nur Bargeld.

Bevor wir noch einmal ins italienische Restaurant essen gehen, packen wir die Taschen, denn am nächsten Morgen werden wir zum Flughafen fahren, um über Panama nach Costa Rica zu fliegen, wo unsere Reiseabenteuer weitergeht.

Die anderen Beiträge zur Reise in Argentinien findet ihr unter den folgenden Links:


Die Beiträge zu den Teilen unserer grossen Südamerika-Reise 2014 in andere Länder findet ihr unter:


Die Reisetipps zu Argentinien findet ihr unter:

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