Spaziergang durch die Altstadt von Arbon

Wir beenden unseren Ausflug an den Bodensee mit der Besichtigung von Arbon, nachdem wir schon Kunst im Forum Würth, Hundertwasser Architektur und das MoMö Museum besucht haben. Die Stadt Arbon, deren Geschichte bis zu den Pfahlbauern der Jungsteinzeit und Bronzezeit zurückreicht, hat einiges zu bieten. Darunter das Schlossmuseum, welches aber leider noch bis zum 15. Juni 2020 geschlossen ist.

Die Römer errichteten in Arbon im 3. Jahrhundert ein Kastell, das Castrum Arbor Felix. Die Alamannen erobern dann 401 das Gebiet. Unter der Herrschaft von Chlodwig wird Arbon Teil des Frankenreichs. Im Jahr 750 wechselt Arbon dann in den Besitz des Bistums Konstanz. Obwohl 1460 die Eidgenossen das Gebiet eroberten, blieb Arbon noch bis 1798 unter bischöflicher Verwaltung.

Entdeckungsrundgang rund ums Schloss

Die Geschichte wird lebendig, folgt man dem rund ums Schloss führenden Entdeckungsrundgang Archäologie und Geschichte. Sieben Informationstafeln geben dabei Auskunft und Guckrohre verweisen auf wichtige Details. Wir beginnen unseren Rundgang beim 2017 entdeckten und teilweise aufgemauerten Eckturm und Stücken der alten Stadtmauer.

Teil der alten Stadtmauer Arbon
Teil der alten Stadtmauer Arbon

Anschliessend laufen wir zum Schloss, welches 1518 vom baufreudigen Bischof Hugo von Hohenlandenberg erstellt wurde.

Schloss Arbon
Schloss Arbon

Neben dem Schloss steht ein mächtiger Wohnturm, welcher deutlich älter als das Schloss ist. Dieser Turm beherbergte als berühmtesten Gast den letzten Erben aus der Dynastie der Staufer, Konradin von 1262 bis 1264 und 1266. Konradin verleiht den Arbonern das Recht des Gerichtes und das Bannrecht, bevor er 16-jährig auf dem Weg zu seinen sizilianischen Länderein in Gefangenschaft gerät und hingerichtet wird.

Eingang zum mittelalterlichen Wohnturm - Arbon
Eingang zum mittelalterlichen Wohnturm – Arbon
Wohnturm und Schloss Arbon
Wohnturm und Schloss Arbon

Richtet man seinen Blick auf den Boden beim Gang ums innere Schloss, so sieht man grosse, halbrunde Metallplatten. Diese markieren, wo die Türme des alten Römerkastells standen.

Eine Treppe führt nach unten, wo man sich bald entscheiden muss, ob man dem Weg links oder rechts weiter ums Schloss folgt.

Wir entscheiden uns erst einmal für links und kommen auf einer grossen Grünfläche mit tollen Spielplätzen am Ufer des Bodensees raus. Magisch ziehen uns die Treppen in den See an. Da Leute dort im See schwimmen, testen wir mit den Füssen mal vorsichtig die Wassertemperatur. Das Wasser ist erfrischend kühl und uns zum Schwimmen definitiv noch zu kalt. Das Beobachten der sich an den Steintreppen brechenden Wellen macht solange Spass, bis Jörgs Hose nass ist.

Wellenmuster an den Treppenstufen in den Bodensee
Wellenmuster an den Treppenstufen in den Bodensee
Hafen und Berge
Hafen und Berge

So gehen wir vom Ufer wieder Richtung Kirche, wo uns eine weitere Tafel auf die alte Kapelle und die Badeanlage der Römer hinweist.

Arbon, die Industriestadt

Bereits im 18. Jahrhundert liessen sich in Arbon süddeutsche Leinwandhändler nieder, welche nach den Pfälzischen Erbfolgekriegen ihre Handelsprivilegien mit Frankreich verloren hatte. Die Manufakturen für Leinwand und die sich in der Folge niederlassenden Unternehmen führen zu einigem Wohlstand. Die schönen Bürger- und Geschäftshäuser der reichen Unternehmer sind heute noch in der Altstadt zu bewundern.

Fachwerkhäuser auf der alten Stadtmauer in Arbon
Fachwerkhäuser auf der alten Stadtmauer in Arbon

Nach der Auflösung des Bistums Konstanz gelangte die Schlossanlage in den Besitz von Franz Xaver Stoffel. 1822 wurde dann in der Schlossanlage die Seidenbandweberei Stoffel & Söhne eingerichtet. Dies führte zu An- und Umbauten im Schloss. Die Seidenbandweberei beschäftigte 200 Leute und war damit der erste richtige Industriebetrieb in Arbon.

Neben Webereien, Stoffdruckereien, Stickereien und Färbereien entstehen auch mechanische Werkstätten und Maschinenbetriebe. Die bekannteste von diesen ist wohl die Saurer Maschinenfabrik. Die Hochzeit von Franz Saurer mit Maria Paulina Theresia Stoffel führte nämlich zur Verlegung seines Betriebs nach Arbon. Deshalb kann man in Arbon auch das Saurermuseum besichtigen. Es ist seit dem 11. Mai 2020 wieder zur Besichtigung offen.

Wir gehen an der Tourist Information vorbei, wo in einem Kasten Prospekte mit einem Altstadt-Rundgang ausliegen. Damit laufen wir noch ein wenig durch die Stadt, bevor wir dann den Heimweg nach einem abwechslungsreichen Tag antreten.

Tourist Information 
mit aussergewöhnlichen Fensterladen
Tourist Information mit aussergewöhnlichen Fensterladen
Wir werden bei unserem Stadtrundgang in Arbon beobachtet
Wir werden bei unserem Stadtrundgang in Arbon beobachtet
Das Auto vor dem Fachwerkhaus past zu den Fensterladen
Haus an der alten Stadtmauer in Arbon
Haus an der alten Stadtmauer in Arbon
Bemalte Hausfassade in Arbon
Bemalte Hausfassade in Arbon
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